//WL2K Crewwechsel

Es ist 08:00 am Sonnabend, 19. Mai. Wir sind mit 7 Personen unterwegs von Horta nach Ponta Delgada. Der Wind weht aus SW gerade so, dass wir unter Gennaker mit 4 – 5 Knoten vorankommen. Horta haben wir sehr genossen und mit etwas Wehmut Abschied genommen. Aber auch Sao Miguel soll wunderschön sein und am Sonntag erwarten wir Bärbel, die mit uns in Richtung Frankreich segeln will. Petra und Jochen sind schon an Bord. Björn hat entschieden mit dem Flugzeug nachzukommen. Denn Lea ist spontan in Horta aufgekreuzt und mit 8 Personen an Bord wäre es zu eng. Gestern sind wir durch den Canal de Sao Jorge zwischen Sao Jorge und Pico gefahren und hatten dort keinen Wind. Das hätten wir uns eigentlich denken können, denn bei Südwest ist man dort in der Abdeckung des großen Vulkans. Aber wir haben Wale und Delfine gesehen. Am Abend waren hatte „El Motor“ dann aus der Abdeckung heraus geschoben und wir konnten mit einer Backstagbrise durch die Nacht schaukeln. Sehr angenehm! Nun haben wir noch 50 Meilen bis Ponta Delgada und hoffen am Abend dort zu sein. Ab Dienstag könnten wir in Richtung Frankreich aufbrechen. Allerdings sieht die Wetterlage für den Törn wenig freundlich aus: Ein kräftige kleines Tief hat sich vor der Portugiesischen Küste eingenistet und verstärkt sich sogar. Das bringt für den gesamten Vorhersagezeitraum Nordost mit bis zu 40 Knoten… Wir denkten schon über allerlei Pläne B und C nach… New York 845 find phone

Herzlich Willkommen in Horta

Nach 13Tagen und 16 Stunden auf See und 1850 Seemeilen  läuft Rode Zora v. Amsterdam am 14. Mai um 09:00 lokaler Zeit im  Hafen von Horta auf Faial ein.  Das durchschnittliche Etmal auf dieser Strecke waren 136 Seemeilen.

Da über die Ereignisse in diesen zwei Wochen schon allerlei berichtet worden ist, sollen hier nur noch ein paar Bilder die Geschichten illustrieren:

Landausflug zur Playa Rincon vor der Abreise nach Bermuda

 

„El Motor“ bekommt einen neuen Zylinderkopf

 

Abschied von der Republica Dominicana. Im Hintergrund Cabo Samaná

 

Entspanntes Segeln im Passat auf dem Weg nach Bermuda

 

Nicht viel los auf dem Atlantik

 

Durch die Kaltfront

 

Ordentlich Wind und Welle

 

ITU World Triathlon in Hamilton/Bermuda

 

Klüverschot wird unterwegs gewechselt

 

Kartoffel-Gemüse Gratin

 

Besuch von den Delfinen

 

Rahels Schokobrötchen

 

Faial im Morgengrauen

 

Der Skipper repariert rasch noch die Portugiesische Gastflagge

 

Rahel steuert die letzten Meilen nach Horta

 

 

//WL2K High the Azore!

High are the waves, fierce, gleaming, High is the tempest roar! High the sea-bird screaming! High the Azore
In einem der großen Klassiker der Nautischen, ja der Weltliteratur schreibt Joshua Slocum:
„Early in the morning of July 20 I saw Pico looming above the clouds on the starboard bow. Lower lands burst forth as the sun burned away the morning fog, and island after island came into view. As I approached nearer, cultivated fields appeared , and oh, how green the corn! Only those who have seen the Azores from the deck of a vessel realize the beauty of the mid-ocean picture.“
In der Nacht haben wir Flores passiert. Nur die Lichter waren zu sehen, der Rest der hohen Insel blieb in der Dunkelheit verborgen. Jetzt haben wir noch etwa 80 Meilen bis Fayal. Zora läuft hoch am Wind. Auch diese Sätze von Slocum würden zu uns heute passen:
„The day was perfect, the sunlight clear and strong. Every particle of water thrown into the air became a gem, and the Spray, bounding ahead, snatched necklace after necklace from the sea, and as often threw them away…“
Der Skipper hat nochmal die Segel getrimmt, das Unterliek im Groß aufgemacht, den Klüver etwas dichtgeholt, den Traveller eingestellt… So sollten wir gerade unseren Ansteuerungspunkt auf der Südseite der Insel schaffen. Wenn der Wind nicht einschläft, wird das irgendwann am frühen Montagmorgen sein. Also werden wir das wunderschöne Bild nicht sehen, das Slocum in seinem Buch „Sailing Alone around the World“ beschreibt. Trotzdem freuen wir uns auf das Land und auf das Bier, das der Skipper gleich in kaltstellen wird, damit wir es nach unserer Ankunft trinken können.
Es ist schon ein bisschen unheimlich: Wir befinden uns hier genau in der Mitte zwischen Portugal und Neufundland und um uns herum sieht der Atlantik aus wie die Ostsee Northern Mariana Islands find phone , naja von der Farbe des Wassers abgesehen. Die Welle ist weg, es bläst mit 3 bis 4 Beaufort aus Süd und nur eine kleine Windsee läuft uns entgegen. Der Himmel ist blau und das Meer. Wir haben wirklich außergewöhnlich gute Bedingungen gehabt auf dieser Tour von Bermuda hierher!

//WL2K 12. Tag auf See

Langsam setzt bei allen an Bord eine gewisse Erschöpfung ein. Das hat auch damit zu tun, dass wir frustrierend langsam voran kommen. Marcel musste sich offiziell von seiner optimistischen Prognose unserer Ankunft noch am Sonntag verabschieden: Wenn jetzt noch der Wind auf Süd dreht und zulegt, dann… Aber der Wind kommt genau daher, wo wir hinwollen. Noch dazu ist er eher launisch, mal kräftig, mal lau. Hier 200 Meilen westlich der Azoren scheinen sich auch die Wellen aller Wettersysteme, westlich, östlich, nördlich und südlich von uns zu mischen. Das Schiff rollt, stampft und giert gleichzeitig. In den Nächten im Cockpit ist es kalt. Unter Deck ist es warm aber mieft mächtig von vier Leuten und ihrer Wäsche, die fast zwei Wochen keine Dusche gesehen haben. Leider können wir auch die Luken im Vorschiff zurzeit nicht öffnen: zuviel Wasser an Deck. Auf der positiven Seite gibt es zu berichten, dass Rahel gestern zur Freude aller Schokobrötchen gebacken hat. Und heute früh hat der Skipper mit einem sehr gelungenen Sonnenblumenbrot nachgelegt. Wir hatten wieder Besuch von Delphinen und Rahel hat eine Schildkröte und eine Flaschenpost gesichtet. Leider hatten wir keinen Kescher zur Hand um die Flaschenpost rauszufischen. Nach Flores sind es noch 77 Meilen. Wir werden also vermutlich in der Nacht daran vorbeifahren und die Insel nicht sehen. Vielleicht aber werden wir das kräftige Leuchtfeuer, Ponta das Lajes, ausmachen, das eine Tragweite von 26 Meilen hat und 3 weiße Blitze alle 28s aussendet.

//WL2K Nordseefeeling

Björn sitzt im Cockpit und grölt: „An der Nordseeküste, am norddeutschen Strand…“ So ist auch heute das Wetter. Schon die Nacht war stockfinster. Kein Stern und kein Mond zu sehen. Einziger Lichtschein: das Meeresleuchten unserer Bugwelle und das schwache Glimmen der Kompassbeleuchtung. Am Morgen fängt es dann auch noch zu regnen an, während der Wind von West auf Nordost dreht. Das abziehende Tief schaufelt auf seiner Rückseite noch einmal ordentlich Feuchtigkeit in unsere Richtung. Der Skipper hat die Tagwache von 11 bis 15 Uhr und versucht unter dem Sprayhood einigermaßen trocken zu bleiben. Die Crew lümmelt in ihren Kojen und knabbert die Pantry leer.
Pünktlich um drei, zum Wachwechsel, kommt dann die Sonne raus und Marcel erscheint strahlend mit T-Shirt und kurzer Hose zu seiner Wache. Der Wind kommt jetzt stetig aus NE und soll im Laufe der nächsten Tage äber Ost nach Süd drehen. Nun geht es also am Wind weiter. Alle müssen sich erst einmal wieder daran gewöhnen, wie es sich bei 35 Grad Krängung lebt. Entsprehend einfach wird das Abendessen. Wie ein Freund vor langer Zeit einmal gesagt hat: „Simple, good and a lot!“ Aber die verbleibenden 400 Meilen werden wir auch am Wind gut überstehen.

//WL2K Noch 532 Meilen

Es sind noch etwas über 500 Meilen bis Horta. Nach 1300 Meilen, die wir seit Bermuda schon gesegelt sind, kommt uns das wie ein Katzensprung vor. An Bord wird darüber spekuliert, ob wir Sonntag oder Montag in Horta sind. Aber die letzten Tage haben uns verwöhnt. Mit Etmalen um die 150 Meilen hat uns der kräftige Westwind geschoben. Aber vor uns liegt nun tatsächlich das Azorenhoch und um nach Horta zu kommen müssen wir da schließlich hineinsegeln… oder eventuell motoren. Unter Maschine sind bestenfalls 120 Meilen pro Tag drin. Der Skipper hat uns per Email schon einmal für Montag oder Ditenstag in Horta angemeldet. Auch wenn unsere frischen Vorräte nun aufgebraucht sind, ist die Stimmung sehr gut. Jeden Tag wird auf das Etmal gewettet, die abgeleisteten Wachen abgestrichen, das erste Bier im Hafen herbeigeträumt und ausgiebig das Hafenhandbuch studiert. Die Nacht soll noch einmal windig werden. Deshalb haben wir noch 2 Reffs im Groß auch wenn wir im Moment ausreffen könnten. Der Skipper fährt Manöver auf dem Vorschiff lieber bei Helligkeit, wenn es geht. Auch den Klüver haben wir nicht ausgebaumt, weil wir unserem Beschlag am Mast nicht trauen und keine Baustelle bei Dunkelheit haben wollen. Lieber gesund und munter einen halben Tag später auf Horta als mit Schäden oder Verletzten ankommen!

//WL2K Ist das der Atlantik?

So, das wars! Der Skipper hat das Känguru kurzerhand über Bord befördert. Und er hat ihm gesagt, es solle doch zu dem Spanischen Fischer rüberschwimmen, der schon den ganzen Tag in ein paar Meilen Abstand neben uns herfährt! Nun herrscht wieder Ruhe und Frieden an Bord.
Der Tag beginnt früh heute. Der Skipper ist von 4 – 7 auf Wache. Um sechs weckt er Marcel, weil der den Klüver ausbaumen will. In der Dunkelheit haben wir das nicht getan, denn mit dem langen Baum bei Welle auf dem Vorschiff herumturnen ist auch am Tag eine Herausforderung. Kaum steht der Baum und der Klüver kommt nach Luv, knallt der Ringbeschlag am Mast weg und der Baum kommt mit Getöse herunter. Glücklicherweise landet er in den Lazyjacks des Großsegels und richtet keinen Schaden an. Eine halbe Stunde später ist unser Ersatzbeschlag montiert und der Klüver zieht. Jetzt können wir wieder den richtigen Kurs, 90 Grad, segeln. Später am Tag wechseln wir dann noch ein paar Nieten am Lümmelbeschlag des Großbaums. Die Belastung für das Material ist enorm, obwohl wir sehr angenehme Bedingungen haben.
Den Rest des Tages segeln wir unter einem azurblauen, wolkenlosen Himmel mit vier Beaufort von achtern. Manchmal läuft der Golfstrom mit. Dann machen wir sieben bis acht Knoten. Manchmal läuft er gegenan. Dann sind es nur drei bis vier. Wir nutzen den herrlichen Tag um in der Sonne zu liegen, die Polster mal an Deck zu holen zum Austrocknen, um gut zu kochen oder um einfach den Blick auf das unendliche Blau um uns herum zu genießen. Auch eine Runde Angeln wird noch einmal eingelegt, allerdings wieder ohne jeden Erfolg.
Wir haben wirklich wunderbare Bedingungen. Der Atlantik kann hier auch ganz anders aussehen: In dieser Gegend ist zum Beispiel die Pamir in einem Hurrikan gekentert. Und nur einige hundert Meilen nördlich spricht der Wetterbericht am Navtex von „Hurrican Force Winds“. Aber unser Wetterfrosch in Hamburg hat uns tatsächlich bis zu den Azoren super Bedingungen verkündet. Mal sehen ob das wirklich so kommt. Wir wollen uns nicht beklagen.

//WL2K Känguru zum Zweiten (Bergfest)

?Eine angemessene Logbuchführung ist das Rückrat einer konsequenten Schiffsführung.? Captain Jack Sparrow :start Das Känguru fragt aus der Hängematte: ?Wusstest du, dass 75% aller männlichen Wasserleichen eine offene Hose haben?? ?Ja, wusste ich.?, sagt der Skipper. ?Das liegt daran, dass sie nicht mehr im Vorschiff auf Toilette gehen können, da eine Hängematte den Durchgang blockiert.? ?Willst du damit was sagen?? ?Nee.? ?Gut.? ?Warum musst du immer Streit suchen?!? ?Ich suche keinen Streit.? ?Das ist ja wieder typisch. Die meisten Paare trennen sich im Urlaub.? Das Känguru springt aus der Hängematte und verkündet: ?Ich gehe jetzt Jetski fahren. Kommst du mit?? ?Ja,aber ich will mein eigenes.? Das Beuteltier steckt seinen Kopf in eben diesen und der Skipper in die Backskiste. Wenig später wieder Bord. ?Was liest du da eigentlich? Medizin auf See?? ?Bist du verrückt. Hast du die Bilder darin gesehen. Nee nach dem ich in einem Sturm meine gesammelten Marx und Engels Werke verloren habe, musste ich umsatteln. Ich habe in deiner Bibliothek was ganz avantgardistisches gefunden: ?Toplicht 2017′ von einem M. R. R. Thönnessen. Hier das zum Beispiel: ?Sehr schwere Messingguss-Ausführung, mit Bohrung für Schloss 9mm. Gewicht: 500g. Oberfläche: Messing poliert oder verchromt.‘ und jetzt kommt es: ?Messing gerollt‘. Da fängt man schon über sein Weltbild nach zu denken.? Skipper, Crew und Känguru schauen sich nachdenklich an. Kurz darauf blickt das Känguru zum Skipper am Navigationstisch. ?Ist dir eine Maus über die Leber gelaufen?? ?Eine Laus. Nee ich bin nur schlecht drauf.? ?Warum das?? ?Naja ich habe mir auch vorgenommen nichts mehr zu machen.? ?Und?? ?Habe dann doch einen Logbucheintrag gemacht: 7. .5. 0130 UT Pos: 39° 41. 9’N 047° 38.9W SW 4, Bergfest!? ?Ich denke das kann man noch als nichts durch gehen lassen.? Skipper: ?Hatte sowieso eine Schreibblockade.?
Wildes Geschrei kommt von Deck. Abermals stürmt der Skipper nach oben, sogar die faule Crew kommt allmählich aus den Kojen gekrochen. ?Wenn ich schwimmen könnte, da könntet ihr was erleben, ihr dreckigen Kapitalisten.? Das Känguru steht an der Reling, hat seine roten Boxenhandschuhe übergezogen und wettert in Richtung Wasser. ?Was ist nun schon wieder??, fragt der Skipper. ?Diese verdammten Pinguine sind mir bis hierher gefolgt.? Wir sind auf der Nordhalbkugel, hier gibt es keine Pinguine.? ?Natürlich. Da hier. Sie versuchen herauszufinden California region phone , was mein kommunistischer Weltverbesserungsplan ist.? Skipper und Crew blicken auch über den Seezaun. Unter ihnen schwimmen Delphine. ?Beuteltier, das sind keine Pinguine, das sind Delphine.? Einen Moment schweigt das Känguru. Alle genießen es. Es schaut noch mal ins Wasser und dann fährt es auf: ?Ist doch ganz klar. Die Vögel haben sich verkleidet, die können doch sonst gar nicht schwimmen.? ?Fliegen.? ?Ja das auch nicht.? Der Skipper wendet sich ab und meint zur Crew: ?Irgendwie niedlich.? ?Ich bin nicht niedlich.? ?Fast schon so niedlich wie ein Koalabär.? ?Wir haben Hunger, Hunger, Hunger, wir haben Durst.?, brüllt das Känguru. Es sitzt am Navitisch und hält das Kurzwellenfunkgerät in der Hand. Es meldet sich eine Stimme, die zufällig deutsch spricht: ?Hier US Coastguards. Haben sie einen Notfall an Bord?? ?Ja, unser Smut hält uns gefangen, er gibt uns kein Essen. Wir brauchen dringend Burger, Pizza und Bier.? Es überlegt kurz: ?Und Schnapspralinen.? (1)
(1) Anmerkung des Kängurus: subtiler Hinweis für CS

//WL2K Golfstrom

Heute ist ein grauer Tag auf See mit Nieselregen und Beinaheflaute. In der Übersichtskarte für den Nordatlantik ist an der Stelle, an der wir unsere Mittagsposition eintragen, eine Wellenlinie zu finden mit einem Pfeil, der in Richtung Osten zeigt. Darunter stent:: Gulf Stream Und tatsächlich: Wir machen bis zu 10kn Fahrt über Grund. Selbst als wir beim Segelbergen gar keine Fahrt mehr durchs Wasser machen, zeigt das GPS noch über 3kn. Wir sind also tatsächlich in einem kräftigen Wirbel des Golfstroms gelandet. Wahrscheinlich haben das Grau und der Nieselregen auch mit dem Golfstrom zu tun: Uns soll´s erst einmal Recht sein, denn der zusätzliche Schub hilft auf dem Weg nach Horta. Insbesondere, da wir jetzt Flaute haben und unser wiederauferstandener Motor ran muss. Ensprechend seinem Wiedererwecker nennen wir ihn von nun an „El Motorrrrr“, wobei das R am Ende ordentlich gerollt werden muss. Die Nacht wird also laut und die Ohrstöpsel werden schon rausgesucht. Da wir bei laufender Maschine Mühe haben mit dem Funken, halte ich mich heute kurz. Laut unserem Shore-Support in Hamburg sollte der Wind morgen gegen Mittag wiederkommen. Dann können wir hoffentlich wieder länger auf Sendung sein. Bis dann wünschen wir einen schönen Abend und eine geruhsame Nacht !

//WL2K Känguru an Bord

Es klopft an die Bordwand, der Skipper geht an Deck. Er schaut nach Steuerbord, er schaut nach Backbord. An die Reling klammert sich ein Känguru. ?Na, ich bin hier gerade so herum getrieben und wollte gerade Pfannkuchen machen, da habe ich festgestellt, ich habe keine Eier mit genommen.? Der Skipper nickt. Er verschwindet nach unten und kramt die Eier aus dem Schrank. Als er wieder hoch kommt, brüllt jemand: ?Nicht erschrecken!? Der Skipper erschreckt sich total. ?Nun es wurde recht ungemütlich auf meinem Floß. Die größeren Wellen sind ja auch schon über drei Meter und dann habe ich festgestellt, dass mein Floß auch gar kein Herd hatte.? Der Skipper nickt und da er ein belesener Mann ist, weiß er, dass Kängurus nicht so gut in der Küche sind, also brät er dem Känguru direkt die Pfannkuchen. Als er fertig ist, hat das Känguru seine Hängematte quer durch den Salon gespannt und drinnen liegend fragt es: ?Ist okay oder?? Abermals nickt der Skipper. ?Sag mal werden Kängurus nicht furchtbar seekrank?? ?Ja?, es kramt in seinem Beutel und zieht eine Dose heraus. ?Ich kenne da so ein Kopfdoktor, der verschreibt mir so einen Tabletten Cocktail.? Es wirft sich einige der Tabletten aus der Dose ein. ?Hast du eigentlich auch einen Fernseher?? ?Natürlich nicht, dass ist Segelboot.? ?Das habe ich mir gedacht. Und habe mir die Freiheit genommen, deinen Fernseher von zu Hause mit zu nehmen.? Während es erneut seinen Beutel durch sucht, fragt der Skipper: ?Du hattest Platz für meinen Fernseher, aber nicht für einen Herd?? ?Wieso einen Herd, du hast doch einen Herd an Bord.?, entgegnet es. Es schließt den Fernseher und DVD Player an die Batterie an und als es die Geräte einschaltet, erscheint ?Banana Joe? kopfüber auf dem Bildschirm. ?Irgendwie passiert das jedes Mal.?, stellt es fest. Kopfüber aus der Hängematte hängend starrt es auf den Bildschirm. Nach kurzer Zeit ist die Bordbatterie alle und der Fernseher geht aus. ?Das nächste Mal sollten wir die Filme besser in doppelter Geschwindigkeit gucken.?, sagt das Känguru. ?Besser in 16-facher Geschwindigkeit, damit man auch das Ende sieht.?, murmelte der Skipper. Unterdessen hat das Känguru sich mit der Crew vertraut gemacht. Sehr zum Leidwesen des Skippers. Als er nämlich unter Deck kommt und ruft: ?Die Klüverschot ist durchgescheuert. Alle Mann an Deck? Sagt das Känguru: ?Nee, tut mir Leid, das steht auf unserer Not-To-Do-Liste.? Aus den Kojen wird zustimmend genickt. Es fährt fort: ?Und außerdem, wer hat dir eigentlich das Recht gegeben hier Befehle zu erteilen.? Entrüstet entgegnet der Skipper: ?Das ist mein Schiff.? ?Jaja, meins deins das sind doch bürgerliche Kategorien. Aber zum Punkt. Skipper was ist das für ein Rang, soll das soetwas sein wie Kapitän nur ohne Streifen, sprich kein Kapitän. Und wenn sich hier eh jeder einen eigenen Rang geben kann, bin ich ab jetzt der Admiral und der ist über einem Skipper, und ich sage „Vergiss den Klüver!“ Und jetzt mach uns Schnapspralinen, Smut, der Rang passt eh besser zu dir.?
P. S. Anmerkung des Skippers: Was wirklich geschah: Nach ruhigem sonnigen Segeltag mit Kuchen im Cockpit, bemerkt der Skipper, dass die Klüverschot am Spibaum durchgescheuert ist. Danach sofort Klüver geborgen, Stagsegel gesetzt, Schiff unter Groß und Stagsegel beigedreht. Crewmitglied (Marcel) zum Schothorn hochgezogen und Schot abgeschäkelt. Schot durchgeschnitten und mit Palsteken neu befestigt. Neue Schotführung gebaut und Schiff wieder auf Kurs gebracht. Danach Schokolade gegessen!