Gestern Abend sollte eigentlich laut Wetterbericht ordentlicher Westwind einsetzen. Stattdessen gab´s erst einmal Südost und Nieselregen. Erst in der Nacht gegen 0200 kommt dann der SW allerdings mit viel weniger Wumms als erhofft. Da wir in der Dunkelheit nicht auf dem Vorschiff mit dem Spibaum hantieren wollen, fahren wir erst einmal so hoch, dass der Klüver auch auf der Leeseite steht. Morgens bei Wachwechsel setzen Jochen und der Skipper dann den Baum. Dabei wird der neue Spibaumbeschlag auch gleich wieder verbogen… Der Wind ist anfangs ok und wir kommen einigermassen voran aber schon bald wirds wieder mau und wir machen gerade mal 3 kn vor dem Wind. Dabei schlagen die Segel erbärmlich in der Welle. Die gute Nachricht: Es sind noch 200l Diesel im Tank. Die Schlechte: wir werden sie wahrscheinlich brauchen, denn für die verbleibenden 270 Meilen bis Brest sind ähnliche Bedingungen, grau und mau vorhergesagt. Wir steuern, schlafen und essen und versuchen uns bei Laune zu halten. Dann am Nachmittag die große Überraschung: Sonne und (etwas) Wind. Vom Wind immerhin so viel, dass es mit knapp 4 Knoten voran geht. Vielleicht kann uns ja das Wetter noch ein paar ähnliche nette Überraschungen bieten.
Monat: Mai 2018
//WL2K Dieselglück
Die Nacht hindurch ist Zora unter Maschine unterwegs. Immer mal wieder regt sich zwar der neue strahlend schwarz-gelbe Stander, den der Skipper in Ponta Delgada hochgezogen hat (nachdem vom Vorgänger nur noch etwa die Hälfte übrig war), aber der Hauch von Wind reicht nicht um messbaren Vortrieb zu generieren. So erträgt die Besatzung den Lärmpegel und kommt auch damit klar, dass gesteuert werden muss, wenn die Maschine läuft. Das gleichmäßige Geratter scheint den Schlaf sogar befördert zu haben, denn alle sind schon vor neun auf den Beinen und machen einen ausgeruhten Eindruck. El Motor knattert unbeeindruckt seit 20 Stunden vor sich hin, nibbelt bescheiden an seinem Treibstofftank und schiebt uns je nach Seegangsverhätnissen bei 1600 Umdrehungen mit 4 – 6 Knoten Richtung Brest. Bis dorthin sind es zurzeit noch 370 Meilen. Der Skipper wagt sich erstmals mit einer vorsichtigen Prognose für die Ankunft aus der Deckung und spricht vom 4. Juni. Bis dahin sind noch ein Tag Westwind, eine längere Beinaheflaute und eine sportliche Zielkreuz zu erwarten. Vor allem vor der Zielkreuz scheint einigen an Bord ein wenig bang zu sein. Der Skipper beruhigt mit den Worten: Ein Reff ist Groß, Luken dicht und unten durch! Wenn´s denn all zu hart wird, können wir auch in einen der südlicheren Häfen in der Bretagne ausweichen… Wie es im Detail werden wird, scheint auch in den Prognosen noch unsicher zu sein, die je nach Tageszeit und Wetterquelle bekommen wir da verschieden Infos.
//WL2K Fliegende Teller
Die Crew hat ein köstliches Abendessen zubereitet: Guacamole als Vorspeise und Pasta mit einer Sauce von Thunfisch und Oliven. Sogar die Sonne schaut hinter den Wolken hervor, um sich dieses Festmahl nicht entgehen zu lassen. Aber offensichtlich ist Neptun ein wenig neidisch: Niemand hat ihm etwas von den Köstlichkeiten abgegeben. Der Skipper stellt seinen Teller hinter dem Cockpit aufs Deck. Da sieht Neptun seine Chance gekommen. Er schickt eine fiese kleine Welle, die Zora schüttelt sich einmal ärgerlich und der Teller begibt sich auf eine ballistische Bahn, die im Wassergang endet. Zwar bleibt der Teller an Bord, doch die Nudeln liegen übers Deck verstreut und dem Skipper bleibt nichts übrig als sie über Bord zu befördern. Voilà, Neptun hat seinen Teil bekommen. Tja, heute früh war der Nebel von gestern plötzlich wie weggeblasen und die Sonne kam heraus. Allerdings war auch der Wind dann weg und El Motor musste 7h mit 1400 Umdrehungen unser Segeln unterstützen. Es war immerhin soviel Wind, dass PeFö steuern konnte, denn unser Eiserner Gustav hat seine Dienste quittiert. Obwohl der Skipper das Ding nochmal auseinandergenommen hat und alle Kontakte kontrolliert, glaubt Gustav, dass es nur eine Kompassrichtung gibt, nämlich 12 Grad. Wenn man von unserer Positon konsequent 12 Grad steuert, dann kommt man wahrscheinlich nach Spitzbergen. Ist das vielleicht, wo Gustav hin will? Wir finden es schon auf 44 Grad Nord recht frisch und haben erst mal kein Bedürfnis nach mehr Kälte! Ahh und eine Sache gibt es auch noch zu berichten: Irgendwann heute Nacht haben wir die halbe Strecke zwischen Ponta Delgada und Brest bewältigt, 575 Meilen. Zurzeit sind es noch 453 Meilen bis Brest. Wir rechnen erstmal konservativ mit 100 Meilen pro Tag. Das hieße dann, dass wir am 3. oder vielleicht am 4. dort ankommen werden. Allerdings erwarten wir noch eine Menge Flaute und Gegenwind am Ende… Also wollen wir mit den Prognosen vorsichtig sein. Newfoundland find phone
//WL2K Kuchen im Nebel
Der Skipper hat sich am Abend mit Kopf- und Ohrenweh und einer Portion Paracetamol in die Koje gehauen. Die Crew hat in der Nacht spontan die Wache aufgeteilt und dem Skipper eine volle Nachtruhe gegönnt. Dafür ist der sehr dankbar, denn der Schlaf hat die Kopfweh vertrieben. Das Wetter ist anti-tropisch: Kühl und diesig. Immer mal wieder sieht man die Sonne schemenhaft durch den Nebel. Aber zum Nachmittag hin gewinnt das Grau den Wetterwettkampf dieses Tages. Nebel hüllt uns grau, dunkel und feucht ein. Die Sicht beträgt vielleicht noch 500m. Aber hier draußen ist das kein Grund zu großer Sorge: Auf dem AIS ist weit und breit nichts zu sehen. Und wir geben entsprechend auch kein Lang-kurz-kurz mit der Tröte alle 2 Minuten. Besser die Ohren spitzen und die Lampen einschalten. Die guten Nachricht des Tages ist unser Etmal mit 146nm. Das ist das Beste was wir auf dem Törn seit Ponta Delgada geschafft haben. Und in der Nacht werden wir wahrscheinlich die Hälfte der Strecke nach Brest zurückgelegt haben. Im Vorgriff auf dieses Event gibt´s Mandelkuchen und heiße Getränke. Die Plätze im Cockpit achtern bleiben allerdings leer: Alles drängt sich unterm Omazelt, alias Sprayhood, und auf der Niedergangstreppe.
//WL2K Fünfter Seetag
Pünktlich zum 27. Mai hat Rasmus ein Einsehen und spendiert einen Winddreher. Schon am Tag zuvor war der Wind langsam von NE in Richtung N gegangen, so dass es wenigstens einen Streckbug gegeben hatte. Heute am Nachmittag können wir sogar die Schoten etwas fieren und 45 Grad steuern, der direkte Kurs zu unseren Wegepunkt etwas W-lich von Brest. Bis dorthin sind es noch 770 Meilen. Mit diesem Kurs und der aktuellen Geschwindigkeit würden wir dort am 2. Juni eintreffen. Aber leider sieht die Wetterprognose nicht entsprechend aus. Wir beobachten die Situation und hoffen darauf, dass die bisher angekündigte Flaute in der Biskaya nicht stattfindet. Ausserdem haben wir 300l Diesel an Bord. Aber 400 Meilen motoren???? Darüber wollen wir derzeit nicht nachdenken. Stattdessen geniessen wir, dass nach einer sehr kühlen Nacht und einem grauen Vormittag jetzt die Sonne herauskommt. Gestern Abend mussten wir noch ein Lattenkarre am Groß wechseln, die sich zerlegt hatte. Jochen hatte das gerade noch in der Abenddämmerung erspäht. In diesem Geschäft haben wir Routine, denn das ist schon die dritte Karre, die auf dieser Reise ihren Geist aufgibt. Nun haben wir den letzten Ersatz verbaut. Heute früh wollte dann die Süßwasserpumpe nicht mehr pumpen. Der Skipper musste ihr an seinem Geburtstag eine kleine Lektion erteilen. Nun tut sie wieder brav ihren Dienst. So ist immer etwas zu tun an Bord. Warum gehen eigentlich bei Autos nie Dinge kaputt?
//WL2K Känguru gerettet!
Soeben erreicht uns nach eine Nachricht, die offensichtlich irgendwo liegen geblieben ist. Für diejenigen, die sich um unseren blinden Passagier Sorgen gemacht haben, sende ich Sie nun weiter:
Es bommert heftig an die Terassentür, der Hund steht bereits kleffend auf der anderen Seite, ich bin mutig und schaue nach: Ich sehe ein pitsch-patsch nassen triefenden Alien. Ich bin ratlos. Da kommt Ms Superclever angerast und brüllt mit überschwenglicher Freude: „Juhu, das Känguru, dann haben die Gäste auf der AIDAluna es ja doch nicht aufgefressen“! Zögerlich öffne ich die Tür, der Hund ergreift die Flucht, MS Superclever fällt dem Känguru um den Hals, und ich bin gerade dabei, den Mund aufzumachen, aber das Känguru kommt mir zuvor: „Nein, ich brauche keine Eier, auch keine Pfanne, aber ein Handtuch, die Polizei und einen Anwalt“. Wir gucken verblüfft und es fährt fort: „Stellt Euch vor, ich habe mitten auf dem Atlantik zwischen Bermuda und den Azoren ein rotes Schiff geentert. Zuerst fanden Skipper und Crew das witzig, dann wurden sie zoophob und rassistisch und schließlich schmissen sie mich einfach über Bord. Das ist versuchter Mord, ich werde Anzeige erstatten. Der Inhalt meines Beutels ist auch noch weggeschwommwn“. „Wieso lebst Du eigentlich noch“, fragt Ms Superclever. „Naja, ein netter Delphin hat mich auf den Rücken genommen und auf ein Schiff zum Hamburger Hafengeburtstag gebracht Ich bin ausgestiegen, losgelaufen und hier stand die Pforte offen“. „Wie hieß den das Schiff mit der unfreundlichen Besatzung“, frage ich. „ich kann die einen kompetenten Anwalt für Seerecht empfehlen“! Das Känguruh zittert vor Kälte. „Rode Zora von….den Rest habe ich vergessen“. Wir werden blass. Wie kriegt man die Kuh vom Eis. Könnte sich um Piraterie handeln. Ms Superclever bringt ein Handtuch und eine Hängematte. Das Känguruh rubbelt sich ab und legt sich in die Hängematte im sonnendurchfluteten Garten. Nach einigen Stunden erscheint es gutgelaunt in der Küche. „Hast Du Eier, eine Pfanne….“?
//WL2K Blaugrau
Der Skipper klettert gegen 6 Uhr aus der Koje, denn er hat von 22 Uhr am Vortag durchgeschlafen. Zora ist in Richtung Osten auf Steuerbordbug durch die Nacht gesegelt. Der Wind hat hin- und hergedreht und hat ab- und zugenommen. Unser Shore Support in Hamburg beschreibt dies mit „Stabile Hochdrucklage“. So richtig sind wir unter diesen Bedingungen nicht vorangekommen und das Etmal der vergangenen 24 Stunden liegt knapp über 50 Meilen. Beim Blick aus dem Niedergang präsentiert sich eine Symphonie in Blaugrau. Der Himmel ist bedeckt und der Nordatlantik wird vor allem dem Wort Nord gerecht. Petra ist noch auf Wache und ist mit Wolle und Ölzeug gut eingepackt, denn auch die Temperaturen sind nördlich, obwohl wir hier bei 40 Grad Breite auf der Höhe von Lissabon sind. Auch wenn wir uns in den Tropen manchmal kühlere Temperaturen gewünscht hatten, finden wir das nun doch nicht so erfreulich. Der Skipper geht ab 07:00 auf Wache und fährt erst einmal eine Wende. Inzwischen ist auch der Wind stetig und kräftiger, so dass der Wendewinkel halbwegs akzeptabel ist. Das hilft dabei wach und warm zu werden. Nun geht es eine Weile auf Backbordbug weiter. Der Kurs liegt zwischen 330 und 360 Grad. Die Wettervorhersage verspricht uns eine Winddrehung in Richtung Nord und später sogar Nordwest. Dann könnten wir doch tatsächlich direkt auf unser Ziel zu segeln. Vielleicht kommt der Winddreher um Mitternacht als freundliches Geburtsgeschenk für den Skipper. Der Bestechungsversuch mit dem Rum aus der DomRep hat jedenfalls bisher nicht funktioniert. New York 680 find phone
//WL2K Lamgsamer Weg nach Norden
In Cornell´s „Ocean Passages of the World“ steht lakonisch: „The passage from the Azores to the English Channel is usually close hauled“, die Reise verläuft also meistens hoch am Wind. Das liegt am Azorenhoch, das immer mal wieder einen Keil nach Nordeuropa schiebt. Dann herscht dort sommerliches Wetter und auf dem Atlantik weht es aus Nordost. Nachdem Zora die Ostspitze von Sao Miguel gerundet hat, geht es noch einige Meilen mit leichten SW-lichen Winden voran, ehe der Nordost durchkommt. Er ist zunächst schwach und stellt unsere Geduld mächtig auf die Probe, denn das Schiff läuft bei sehr schwachen Winden keine vernünftige Höhe. Aber zum Abend unseres zweiten Seetages wird der Wind stetiger. Wir entscheiden erst einmal auf Steuerbordbug ein Stück Richtung Osten zu fahren, weil wir dort mehr Wind vermuten. So geht es in die zweite Nacht. Die ist ruhig und bringt einen leichten Dreher nach Nord, so dass wir in nur 30 Grad Abstand auf unser Ziel zufahren. Leider dreht der Wind am Morgen auch wieder zurück und wir wenden entsprechend zurück auf Backbordbug. Zwischenzeitlich rutscht unser ETA auf März 2019.
Wir üben uns in Geduld, genießen köstliches Essen, das die Crew in Ponta Delgada umfangreich eingekauft hat und schauen nach Delfinen und Walen Ausschau. Die Geduld wird belohnt. Am Abend quert eine Gruppe Orcas unseren Kurs. Ihre mächtigen Rückenflossen sehen wie Segelschiffe aus. Unsere Anwesenheit scheint sie nicht im Geringsten zu kümmern, denn sie ziehen schnurgerade hinter unserem Heck vorbei. Am nächsten Morgen bekommt Bärbel Besuch von einer großen Gruppe Delfine, die eher von uns Notiz nehmen und um das Schiff herum ihre Schwimmkünste präsentieren.
Unser Shore Support in Hamburg hat uns prophezeit, dass die Bedingungen bis Sonntag ähnlich bleiben werden. Dann soll es NW geben, so dass wir die Schoten werden fieren können. So lange werden wir noch geduldig bleiben und unsere Vorräte und die Schönheiten des Atlantik genießen.
//WL2K Traum im Atlantik
Über die Kraterseen auf Sao Miguel wird diese Legende erzäht: In der reichen Stadt Atlantis hatte der König keine Kinder. Tieftraurig über seine Einsamkeit war sein höchstes Bestreben doch noch einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu bekommen. Schließlich versprach ihm eine weise Frau, er werde eine wunderschöne Tochter haben aber er dürfe sie nie sehen. Sonst werde sein Königreich versinken. Viele Jahre wuchs das schöne Kind bei einfachen Leuten heran. Als der König schließlich sein Ende spürte, konnte er seinen brennenden Wunsch nicht mehr unterdrücken, doch einmal seine Tochter zu sehen. Kaum aber hatte er sie erblickt, verschlang das Meer die Stadt in einem mächtigen Vulkanausbruch. Mit allen anderen Bewohner stürzte die Tochter in den Kratersee, der nach dem Unglück zurückblieb und ihre blauen Augen färbten das Wasser himmelblau. Als wir mit dem Bus von Ponta Delgada in Sete Cidades am Ufer des Kratersees ankommen,ist hier nichts himmelblau. Der Himmel ist grau und das Wetter ist windig und kühl. Immer wieder ziehen Regenschauer durch und Wolkenfetzen wehen über den Rand der Caldeira, den wir gerade mit dem Bus überquert haben. Das Wetter ist alles andere als einladend für eine Wanderung hinauf auf den Miradouro del Rei, den Königlichen Ausblick. Und so landen wir schnurstracks erst einmal in einem kleinen Café, wo es süße Köstlichkeiten und Galao, Milchkaffee, in großen Mengen und zu günstigen Preisen gibt. Aber schließlich ziehen wir unsere Jacken über und stapfen hinaus in den Regen. Wir haben den großen weiten Atlantik besegelt. Da wird uns doch wohl ein Schauer nicht stoppen. Den ersten Teil des Weges folgen wir der Fahrstraße und biegen dann auf einen Forstweg, der uns zum Kraterrand führt. Die Hänge auf der Innenseite der Caldeira fallen fast senkrecht hinunter zum See und sind docj dicht grün bewachsen und vollkommen unwegsam. Nur auf der Straßen oder den wenigen Wegen kommt man hier voran. Unten im Tal liegen satte grüne Wiesen, auf denen die Kühe weiden. An den Rändern der Wege blühen in leuchtendem Rot die Azaleen. Auf der Höhe erreichen wir ein verfallenes Hotel, von dem im Reiseführer berichtet wird. Obwohl an allen Eingängen Sperrschilder angebracht sind, wird empfohlen auf das Dach des Gebäudes zu steigen, um den besten Ausblick zu haben. Wir durchqueren das ehemalige Foyer und steigen eine breite Treppe hinauf. Von den Decken tropft das Wasser, die Geländer fehlen und durch die leeren Aufzugsschächte könnte man viele Meter in die Tiefe stürzen. Auf dem Dach werden wir dann mit einem wirklich königlichen Ausblick: Über die Hänge des ehemaligen Vulkans kann man weit hinaus auf den Atlantik blicken, auf dem sich inzwischen immer mal wieder die Sonne blicken läßt. Dann glitzert das Wasser silbern auf dem graublauen Untergrund der sich um den Horizont spannt. Tief unter uns liegt das Fischerdorf Mosteiros, vor dessen Ufer sich der Atlantikschwell an riesigen einzelen Felsen bricht. Dazwischen, auf der Außenseite der Caldeira, liegen grüne Hänge mit kleinen Dörfern und Kuhweiden. Am Nachmittag ist dann die Front durchgezogen, die Wolken verschwinden und die Sonne kommt heraus. Plötzlich wird aus dem grauen November eine warmer Sommertag, der die Farben der Landschaft aufleuchten lässt. Wir siten inzwischen wieder im Bus zurück nach Ponta Delgada. Der fährt nämlich nur einmal am Tag: Morgens hin und abends wieder zurück. Am Abend wandern wir dann durch die gepflegten Gassen der Altstadt und genießen schließlich ein köstliches Abendessen in einem der vielen kleinen Restaurants, die heute, am Pfingstmontag, von den Azorianern gut gefüllt sind.
//WL2K Nächste Etappe
Den ganzen Tag über ist Zora unter der hohen Küste von Sao Miguel entlanggesegelt. Bei Ponta do Arnel ganz im Osten hat sie dann mit einem wehmütigen Auge Abschied genommen von den Azoren. Jetzt segelt sie mit einer leichten Brise aus NW in Richtung Brest. Die Crew kämpft ein wenig mit den Mägen, denn während der entspannten Tage an Land sind die Seebeine etwas eingerostet. Und die kurze Welle, die gerade gegenan läuft lässt das Schiff stampfen und rollen. Die Vorräte sind sehr umfangreich wieder aufgefüllt mit allerlei Goodies, die die Azorencrew im Supermakt in Ponta Delgada eingekauft hat. Auf den etwa 1000 Meilen bis Brest müssten wir da richtig schlemmen können. Die Atlantikcrew ist schon am Tag zuvor abgereist. Aber wegzukommen ist gar nicht so leicht. Denn in Lissabon war die Reise erst einmal zu Ende. Ein Streik in Frankreich hat dafür gesorgt North Dakota find phone , dass der Flug nach Düsseldorf gestrichen wurde. Es gab noch nicht einmal einen Stadtbummel. Die TAP hat Rahel und Marcel einfach in ein Billigresort 60km nördlich verfrachtet! Muss man sich so etwas eigentlich gefallen lassen? Da der Skipper gerade auf Wache ist,dieser Text hier schon zu Ende. Allzu lang sollte der nicht am Computer sitzen, auch wenn draußen scheinbar gar nichts los ist!