Es sind noch etwas über 500 Meilen bis Horta. Nach 1300 Meilen, die wir seit Bermuda schon gesegelt sind, kommt uns das wie ein Katzensprung vor. An Bord wird darüber spekuliert, ob wir Sonntag oder Montag in Horta sind. Aber die letzten Tage haben uns verwöhnt. Mit Etmalen um die 150 Meilen hat uns der kräftige Westwind geschoben. Aber vor uns liegt nun tatsächlich das Azorenhoch und um nach Horta zu kommen müssen wir da schließlich hineinsegeln… oder eventuell motoren. Unter Maschine sind bestenfalls 120 Meilen pro Tag drin. Der Skipper hat uns per Email schon einmal für Montag oder Ditenstag in Horta angemeldet. Auch wenn unsere frischen Vorräte nun aufgebraucht sind, ist die Stimmung sehr gut. Jeden Tag wird auf das Etmal gewettet, die abgeleisteten Wachen abgestrichen, das erste Bier im Hafen herbeigeträumt und ausgiebig das Hafenhandbuch studiert. Die Nacht soll noch einmal windig werden. Deshalb haben wir noch 2 Reffs im Groß auch wenn wir im Moment ausreffen könnten. Der Skipper fährt Manöver auf dem Vorschiff lieber bei Helligkeit, wenn es geht. Auch den Klüver haben wir nicht ausgebaumt, weil wir unserem Beschlag am Mast nicht trauen und keine Baustelle bei Dunkelheit haben wollen. Lieber gesund und munter einen halben Tag später auf Horta als mit Schäden oder Verletzten ankommen!