//WL2K Ist das der Atlantik?

So, das wars! Der Skipper hat das Känguru kurzerhand über Bord befördert. Und er hat ihm gesagt, es solle doch zu dem Spanischen Fischer rüberschwimmen, der schon den ganzen Tag in ein paar Meilen Abstand neben uns herfährt! Nun herrscht wieder Ruhe und Frieden an Bord.
Der Tag beginnt früh heute. Der Skipper ist von 4 – 7 auf Wache. Um sechs weckt er Marcel, weil der den Klüver ausbaumen will. In der Dunkelheit haben wir das nicht getan, denn mit dem langen Baum bei Welle auf dem Vorschiff herumturnen ist auch am Tag eine Herausforderung. Kaum steht der Baum und der Klüver kommt nach Luv, knallt der Ringbeschlag am Mast weg und der Baum kommt mit Getöse herunter. Glücklicherweise landet er in den Lazyjacks des Großsegels und richtet keinen Schaden an. Eine halbe Stunde später ist unser Ersatzbeschlag montiert und der Klüver zieht. Jetzt können wir wieder den richtigen Kurs, 90 Grad, segeln. Später am Tag wechseln wir dann noch ein paar Nieten am Lümmelbeschlag des Großbaums. Die Belastung für das Material ist enorm, obwohl wir sehr angenehme Bedingungen haben.
Den Rest des Tages segeln wir unter einem azurblauen, wolkenlosen Himmel mit vier Beaufort von achtern. Manchmal läuft der Golfstrom mit. Dann machen wir sieben bis acht Knoten. Manchmal läuft er gegenan. Dann sind es nur drei bis vier. Wir nutzen den herrlichen Tag um in der Sonne zu liegen, die Polster mal an Deck zu holen zum Austrocknen, um gut zu kochen oder um einfach den Blick auf das unendliche Blau um uns herum zu genießen. Auch eine Runde Angeln wird noch einmal eingelegt, allerdings wieder ohne jeden Erfolg.
Wir haben wirklich wunderbare Bedingungen. Der Atlantik kann hier auch ganz anders aussehen: In dieser Gegend ist zum Beispiel die Pamir in einem Hurrikan gekentert. Und nur einige hundert Meilen nördlich spricht der Wetterbericht am Navtex von „Hurrican Force Winds“. Aber unser Wetterfrosch in Hamburg hat uns tatsächlich bis zu den Azoren super Bedingungen verkündet. Mal sehen ob das wirklich so kommt. Wir wollen uns nicht beklagen.

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