Departure

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Mit ordentlich Proviant und Wasser geht’s heute auf die 800 nm lange Reise in Richtung Kapverden.  Der Wind soll bis Mittwoch ganz ordentlich sein. Etwas nördlich sind die Volvo Ocean Racer unterwegs:

Die Crew hatte mir zwar noch einen Bericht von Teneriffa avisiert. Aber bisher ist nichts angekommen. Vielleicht kommt der ja via winlink von unterwegs…

 

Flucht vor dem November, oder „Wer Zora mittels Klo versenkt…“

Es ist tatsächlich soweit! Die Tradewind Crew mit Skipper Jakob verlässt Hamburg am 1. November in Richtung Teneriffa. Der Zeitpunkt könnte kaum besser gewählt sein: Die Uhren sind zurückgestellt, das Laub kommt kübelweise von den Bäumen und Hamburg ist endgültig unter einer grauen Wolkendecke begraben, die sich in den nächsten 6 Monaten nur für kurze und seltene Momente lüften wird. Angesichts dieser Umstände ist es schwer vorstellbar, dass die 5 Segler nach vier Stunden im Flugzeug kurze Zeit später bei 20 Grad und klarem Himmel im Cockpit zu sitzen werden.

Und das ist noch nicht einmal das Ende der Geschichte: Die wollen tatsächlich am 5. November die Leinen loswerfen und zu den Kapverden segeln, mit Wind im Rücken und sternklaren Nächten. Beneidenswert!

Vorher war aber noch einiges zu tun: Eine lange „Todo-Liste“ wurde abgearbeitet, Seekarten, Ersatzteile und allerlei Kleinkram besorgt. Und sogar eine Anleitung für die Toilette für gaaannnzzzz Dooooofe geschrieben. In Anlehnung an einen Spruch, den wir auf dem Örtchen einer wohl bekannten Hamburger Tjalk vor vielen Jahre gesehen hatten, steht dort „Wer Zora mittels Klo versenkt, der hat nicht richtig nachgedenkt!“ Diesen Spruch hatten die Kinder jahrelang zu einer immer wiederkehrenden Melodie auf unserem alten Schiff gegröhlt, bis die Eltern sich verzweifelt die Ohren zugestöpselt hatten. Nun findet sich dieser Spruch wohl eingeschweisst auf Zora wieder, noch dazu ergänzt von der Bemerkung: „Please do not throw anything into the toilet unless you have eaten it before!“

Ach ja: Eine elektronische Fussfessel haben wir der Crew noch verpasst, einen Spot Trace Satellitentracker. Damit sie nicht einfach entscheiden in den Südatlantik oder den Pazifik abzuhauen. Falls das jemanden interessiert: Hier ist der link.

P. S. Falls sich jemand wundert warum der Tracker eine Reise nach Düsseldorf anzeigt: Das war eine Testfahrt 😉

The Hitchhiker’s Guide to the Atlantic

Freitag, 29. September

Obwohl wir direkt an der Promenade Funchals liegen, ist es nachts relativ ruhig. So schlafen einige an Deck. Unter Deck ist es auch in der Nacht so heiß, dass man es eigentlich dort nicht aushalten kann. Draußen zieht wenigstens ein leichter Luftzug.

Doch vorher kehren wir in einer Bar ein und testen uns durch die lokalen Weine. Wir sind schlichtweg begeistert und bekommen sogar eine kleine Lektion in Portugiesisch. Jetzt können wir uns richtig bedanken! Da wir zum einen Alkohol nicht unbedingt mehr gewohnt sind und der Wein stärker ist als der heimische merken wir diesen recht schnell. Das hilft jedoch gut beim Einschlafen.

Samstag, 30. September

Erster Punkt der Agenda heute: Ein Auto besorgen. Das ist natürlich Chefsache. Der Rest macht klarschiff. Mit dem Auto können wir dann unsere Vorräte im Hipermercado auffüllen (Super scheint nicht zu reichen). Der einkaufserfahrene Teil der Crew stöbert sich zu durch die Regale und räumt leer was er kriegen kann. Der andere Teil schleppt schon mal die 69l Wasser und den Einkauf eines schwedischen Ehepaars, welches uns auf Porto Santo den Schlüssel zur Dusche geborgt hatte und nun zufällig an der Kasse vor uns steht, zum Auto. Man hilft sich halt untereinander.

Großeinkauf in Funchal

Zurück im Hafen werden die Einkäufe verstaut. Doch Tobias mahnt, bloß keine Pappkartons an Bord, sonst wimmelt es bald nur so vor Kakerlaken. Dann wollen wir was von der Insel sehen. Nicht weit von uns sollen zwei tolle Wanderwege an den Levadas (Wassertransportsystem) sein. Die Busfahrt bergauf allein ist schon sehr abenteuerlich. Enge Kurven und steile Hänge scheinen kein Problem für den Busfahrer zu sein hier zügig durch zu fahren. Ob man allerdings hier zu Fuß hoch gehen möchte wollen lieber nicht ausprobieren. Ja nur leider wurde Madeira letztes Jahr von einem Waldbrand heimgesucht und der Zugang zu den Wanderwegen ist gesperrt. Aber kann uns ein Warnschild aufhalten? Nein, aber ein mutiger Vorstoß von Juri und Tobias hinter die Absperrung wird umgehend vom Seilbahnführer unterbunden. Anscheinend ist das wirklich nicht nur eine Vorsichtsmaßnahme, sondern der ganze Hang ist abgerutscht. Unsere einzige Alternative ist wieder den Berg runter und dann auf den anderen Seite des Tales wieder hoch. Erst laufen wir noch durch eine Wohngegend aber dann geht es vorbei an Bananenplantagen und vielen kleinen Nutzgärten. Dabei werden Rahels gierige Blicke auf die Bananen von den Einheimischen sehr wohl bemerkt. Der Anstieg wieder hoch führt auf einer schnurgeraden nicht enden wollenden mega steilen Straße entlang. Diese Anstrengung nicht genug: Aus jeder Toreinfahrt werden wir mehr oder weniger unfreundlich von den lokalen Hunden begrüßt. Die Sonne und die Erschöpfung verleiten einige von uns dazu, auf ähnliche Art und Weise zurück zu bellen. Kurz vor dem Ende scheinen wir in eine gefährliche Gegend zu kommen. Ein kleiner Taschenhund kommt aus einer Einfahrt heraus und begleitet uns für eine Weile bergauf. Seine Streetcredibility scheint uns vor schlimmeren zu bewahren.

Exotische Blumenzwiebeln

Dann kommen wir endlich an der Levada an. Und es wird wieder eben und kühl. Dieses ausgeklügelte System versorgt den trockenen Süden mit dem Regenwasser aus dem Norden und den Bergen. Mitten durchs Grüne wandern wir nach Osten. Auf dem Weg finden wir plötzlich einen kleinen marktähnlichen Stand, jedoch ohne Personal, nur einer kleinen Kiste, wo man etwas Geld einwerfen kann. Es werden alle möglichen heimischen Pflanzenzwiebeln angeboten. Natürlich kann unser touristische Herz nicht widerstehen. Dort bekommen wir auf einmal Gesellschaft. Eine Hündin hat uns sofort ins Herz geschlossen oder zu mindestens lässt sie es uns glauben. In dem Fall gibt es Streicheleinheiten. Am liebsten würde wir sie mit nehmen. Urplötzlich sind noch mehr Hunde da und zwischenzeitlich folgen uns mehr als fünf Tiere. Doch diese scheinen weniger an uns interessiert, sondern mehr an der Hündin, die wohl läufig ist. Doch wie es häufig bei solchen Reisegemeinschaften ist, trennen sich auch unsere Wege.

Der Tag war eigentlich perfekt, aber kurz vor Schluss gibt Juris rechtes Knie nach, eine alte „Kriegsverletzung“ macht sich wieder bemerkbar. Hoffentlich wird er bis morgen wieder fit.

Weil Rahel und ich irgendwie noch nicht genügend Energie los geworden sind, gehen wir noch entlang der Promenade laufen.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Leider hat sich Juris Knie über Nacht nicht erholt. Und so trennt sich die Gruppe für heute. Juri bleibt beim Schiff, geht schwimmen, trifft Johannes und liest (immer noch schwer vorstellbar). Tobias ab heute „El Capitano“ und seine zwei Sherpas fahren zunächst auf den Pico Areeiro, dem zweit höchstens Berg Madeiras. Der Weg führt uns über die Wolkendecke und zum Erstaunen aller ist es angenehm warm auf 1.800m. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie heiß es unten auf Meereshöhe sein muss. Die Wanderung führt durch ein stetiges Auf- und Ab über Steinwege und -treppen zur Spitze Madeiras, dem Pico Ruivo. Landschaftlich sehr abwechslungsreich ist die Strecke schön ausgebaut, sodass quasi-Norwegerin Rahel die Wanderguide-Autoren kritisiert: „Das soll schwer sein? In Norwegen wäre das einfach.“ Einige Touristen, die wir unterwegs treffen, scheinen nicht unbedingt diese Meinung zu teilen. Am Gipfel angekommen stellen wir fest, dass der Startpunkt in Luftlinie zum Greifen nahe ist. Ob wir direkt über den Kamm gehen sollen? Wir wollen dann die anderen Touristen nicht zu Dummheiten verleiten und gehen den zivilisierten Weg zurück. „Der Rückweg ist einfach noch mal spektakulärer.“, stellt El Capitano fest. Wie Recht er hat.

Auf dem Weg zum Pico Ruivo

Zurück beim Boot verwöhnt Juri uns mit Essen, während Rahel und ich beginnen die Zora auf der Kaimauer zu verewigen, aber Rotwein verhindert, dass wir mehr als die Grundierung schaffen.

Montag, 2. Oktober 2017

Heute sollte ein sehr ereignisreicher Tag werden. Als erstes gehen wir auf den Markt, um uns noch ein wenig mit Verpflegung einzudecken. Und dann schnell los ins Auto, denn wenn wir heute noch los segeln wollen, müssen wir das Auto bis 18:00 zurück geben. Heute wollen wir eine Wanderung auf der Nordseite machen. Doch wenige Meter vorm Ziel ist die Straße gesperrt. Irgendwie kennen wir das ja schon. Es würde jetzt zu lange dauern zur nächsten Tour zu fahren und so beschließen wir einfach mal mit dem Auto um die Insel zu fahren, was sich auf jeden Fall auch sehr gelohnt hat. Man könnte glauben Nord- und Südspitze sind zwei verschiedene Inseln. Der nördliche Teil ist viel feuchter und hier scheint alles zu wachsen. Aber auch die Steilküste, wo der Atlantikschwell zerbricht ist ziemlich beeindruckend. Wir schaffen es dann so pünktlich zurück, dass wir dann sicherheitshalber noch mehr Wasser kaufen.

Madeira Nordküste

An Bord fällt uns auf: wir wollten noch Schlauchboot und Gennaker flicken. Beides schnell erledigt. Ach ja und so viel Spiritus hatten wir dann auch nicht mehr. Tobias findet dann noch einen Supermarkt, der dann doch noch Spiritus hat, und Rahel und ich setzen uns an das Graffito an der Hafenmauer. Nachdem dieses dann auch fertig wurde und wir gegessen hatten, sind wir fertig zur Abfahrt. Schnell durch gezählt: alle fünf da. Vier Personen und einer ist Kapitän macht doch fünf. Ach ne, das war bei Jim Knopf. In der Tat haben wir einen Gast für die letzte Etappe dieser Crew und nein es ist leider nicht der knuffige Hund, sondern Johannes. Juri hatte ihn zuvor im Hafen getroffen, da dieser auf der Suche nach einer Gelegenheit war möglichst umsonst auf die Kanaren zu kommen. Er war schon einige Wochen auf Madeira und lebte dort hauptsächlich von dem, was die Bäume der Insel her gaben. Wir haben beschlossen ihn nach Teneriffa mit trampen zu lassen. Keine Segelerfahrung, 20-25kn angesagt und gleich in der Nacht los. Warum nicht?

Zora auf der Hafenmauer in Funchal

Um circa halb elf verlassen wir Madeira. Ablegen klappt super und wir freuen uns wieder zu segeln. In T-Shirt und kurzer Hose setzen wir Groß und Klüver. Damit arbeiten wir uns bei halbem Wind aus dem Windsystem der Insel. Aber eigentlich erwarten wir anderen Wind und vor allem viel mehr. Und wie häufig es dann so ist, wenn man sich gerade damit abgefunden hat, dass nichts mehr passiert, fahren wir in die „acceleration zone“ und wie als habe jemand den Schalter umgelegt, kommt der Wind aus der anderen Richtung mit Rums! Tobias und Rahel rufen Juri an Deck zum reffen, als ich versuche mich in der Koje wieder an das Schaukeln zu gewöhnen und ein bisschen Schlaf zu bekommen. Noch ist alles entspannt und ich denke mir, das schaffen die locker zu dritt. Kein Grund sich hier zu bewegen. Doch dann wird aus Groß reffen, irgendwas mit Klüver hat sich gelöst. Auch das beunruhigt mich noch nicht, aber ich steh mal zur Sicherheit mit auf. Wahrscheinlich hat mal wieder jemand vergessen den Achtknoten ans Ende der Schot zu machen und diese ist ausgerauscht. Als ich aus der Koje bin, ist der Klüver weg. Jetzt beeilen wir uns an Deck zu kommen. Uff, er hängt noch an beiden Schoten, wird jedoch von der Zora hinterher gezogen. Juri fasst es später so zusammen: „Tobias hat mich hoch gerufen und rief: ‚Juri zieh die Schot dich.‘ Welche Schot dachte ich und was ist überhaupt los. Dann landete auch schon der Klüver im Wasser. Ah die Schot!“ Sehr unaufgeregt und souverän holen wir den Klüver wieder ein. Zum Glück ist der Mond heute so hell. Ich stehe unter Deck und kann keinen Schaden am Segel entdecken, während ich die Massen, die Tobias und Juri wieder an Deck zerren, ins sichere bringe. Was kann denn überhaupt passiert sein? Später vermuten wir, dass erst der Schäkel am Hals aufgeflogen ist, sich dann der Klüver aus der Nut gelöst hat und dann der Schäkel am Top auch den Dienst verweigert hat. Tja, das wird schwierig Johannes zu erklären, alles ist noch total normal. Ob er wohl gedacht hat, sein letztes Stündlein hat geschlagen? Wir werden es nicht erfahren. Das Reff kriegen Tobias und ich schnell rein und Juri und der Skipper setzen die Fock gleich hinter her. Mir ist doch etwas übel geworden, als ich die Fock aus dem Vorschiff geholt habe. Wir hatten ja nicht geplant sie zu verwenden. Die Zora braust sofort wieder los auch ohne Klüver. Mit immer über 6kn, denkt keiner an Umdrehen.

Unser Wachplan kommt am nächsten Tag zwar kräftig durcheinander, aber man muss ja nur Kurs und Umgebung checken. Diego/Hugo sind halt die besten an der Pinne. Die Nacht hat einen aber schon etwas mitgenommen. Juri und Wellen funktionieren nur zusammen, wenn der eine die andere absurft. Das Geschaukel bringt jedoch einige Juris bester Seiten zu Tage. Und nein ich meine nicht damit das Gekotze, sondern den Humor, den er dabei entwickelt. „So, mittlerweile habe ich eine positive Bilanz von zwei Tuc-Keksen.“ Für alle besorgten, die Bilanz wurde unter anderem durch Nudeln später verbessert. Also teilen Rahel, Tobias und ich uns nach gut Dünken die Wachen ein. Und Johannes? Nun Segeln wird jetzt nicht unbedingt seine Lieblingsreiseart, aber die Welle lässt ihn absolut kalt und das obwohl er die meiste Zeit unter Deck bleibt. Wir sind schon beeindruckt.

Ansonsten passiert nicht viel. Wir rauschen unaufenthaltsam den Ilhas Selvagens entgegen, sodass wir zu früh mitten in der Nacht ankommen. Um halb neun UTC+1 sind es noch 35nm. Wir planen bei zu drehen und dann einfach zu warten oder sollte das nicht klappen einfach direkt nach Teneriffa zu segeln. Im Laufe des Tages kommt noch ein weiterer Schaden hinzu. Ein Bolzen im Baumniederholer ist auch weg. Aber noch kein Grund zur Besorgnis. Insgesamt ist die Welle jetzt höher und länger und viel wichtiger, sie kommt nur noch aus einer Richtung, was es jetzt viel angenehmer macht. Juri wirkt auch längst schon nicht mehr so blass. Wir sind dann doch in der Nacht schon früher bei gedreht und treiben genau aufs Ziel. So können wir es abpassen, dass wir genau bei Tageslicht auf Selvagem Grande ankommen.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Um knapp halb acht werde ich von Tobias geweckt. Wir fahren gerade auf der Ostseite der größten der drei Inseln entlang. Wir müssen einmal auf die Südseite und können dann durch eine schmale Lücke zwischen Felsen in eine Bucht fahren. Der neue Anker hält fantastisch und Juri und ich müssen nicht noch einmal unsere boat recovery skills unter Beweis stellen. Woran man erkennt, dass Seekranke wieder ganz die alten sind. Sie haben Hunger und das ist bei Juri eindeutig der Fall. Also erstmal frühstücken. Da hat keiner was dagegen. Wir paddeln einmal an Land und der freundliche Park Ranger sagt um 16:00 gäbe er uns eine Tour. Wir nutzen die Zeit für Reparaturen. Der Ersatzklüver ist im Nu drin und wir gehen baden.

Reparatur am Rigg

Pünktlich um vier stehen wir auf der Sliprampe und Balu der Hund des Rangers beschnuppert ausgiebig unsere Schuhe. Die Polizei kontrolliert noch einmal schnell die Dokumente und dann kann die Tour beginnen. Die Insel selbst ist die reinste Wüste. Allerdings voller Leben. Über 200.000 Vögel leben hier und in der Tat ist in jedem Felsschlupfloch ein Vogel zu Hause. Der Guide erzählt erst nach sechs Jahren kommen die Vögel das erste Mal nach dem Schlüpfen wieder auf die Insel und zwar genau zum selben Loch aus dem sie einst abgeflogen sind. Darüber hinaus wuseln noch einige kleine Echsen über die Insel und unter einem Stein zaubert Ranger Manuel noch einen Gecko hervor.

Einer der Bewohner von Selvagens Grande

Unterwegs zeigt er uns ein paar Überbleibsel von Besiedlungsversuchen, doch der Mangel an Frischwasser ließ kein dauerhaftes Bewohnen zu. Jedoch leben seit 1971 durchgehend Park Ranger auf der Insel, welche im zwei Wochenrhythmus wechseln. Verpflegung bringt die Marine. Für Portugal ist die Insel besonders wichtig, da sie die exklusive Handelszone deutlich erweitert und damit das so bleibt, kommt bald eine Poststation, erklärt Manuel. Die UN will das so.

Crew auf Selvagens Grande

Pünktlich um acht lichten wir den Anker und wir dümpelt langsam in Richtung Teneriffa. Wie sollte es auch anders sein kurz darauf müssen wir die Maschine anschmeißen.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Der Atlantik zeigt sich wieder so wie wir ihn kennengelernt haben. Leichter Schwell und minimale Windstärke, um segelnd voran zu kommen und Sonne. Es ist wohl wieder Zeit für ein Juri Frühstück! Frisches Brot, Spiegeleier und Kaffee. So schlimm ist es auch nicht, insbesondere wenn man hört zu Hause fegt gerade der erste Herbststurm übers Land. Leider sollte dieser nicht lange anhalten.

Doch der Tag wird sehr wechselhaft und teilweise fühlen wir uns verarscht. Immer wenn wir glauben es ist genügend Wind, dass wir endlich mal wieder ein bisschen Segeln können, ist dieser gleich wieder verschwunden. So sind wir eigentlich dauerhaft damit beschäftigen Segel zu setzen oder zu bergen, den Motor wieder anzuschmeißen und wieder lesen. Doch zwanzig Meilen vor der Küste hatte der Wind erbarmen mit uns und wir können eine Weile unter Vollmond segeln. Wir genießen es, da es wohl das letzte Segeln für einige Zeit werden wird. Den letzten Rest müssen wir dann doch wieder motoren. Der Hafen selbst scheint sich entlang der ganzen Küste zu erstrecken. Hauptsächlich industrieller Natur, findet man auch einige Kreuzfahrer und dazwischen dann ein paar Yachthäfen. Um in unseren Hafen bei Santa Cruz zu kommen, müssen wir im Hafenbecken erstmal an zwei geparkten Ölplattformen vorbei fahren. Doch der Service im Hafen selbst ist super, so erwartet uns noch mitten in der Nacht ein freundlicher junger Mitarbeiter der Marina und hilft uns beim Anlegen. Dann Einlaufbier! Zwischenzeitlich sind unsere Nachbar, zwei Niederländer, zurück gekommen. Die beiden lustigen, wenn auch manchmal melodramatischen jungen Männer, teilen so gleich einen Rotwein mit dem Skipper und es werden Seemannsgeschichten von großen Stürmen, Seekrankheit, Heldentaten und Schäden an Booten ausgetauscht.

Ausflug zum Teide auf Teneriffa

Für den Haas-Teil dieser Crew sind es die letzten beiden Tagen. Am Freitag soll das Boot zunächst einmal wieder fit gemacht werden und eine Grundreinigung erfahren. Am Samstag wird es dann noch eine kurze Besichtigung der Insel geben und dann hat Juri das Boot für sich. Zumindest für ein paar Stunden, bis seine Freundin Valerie hier aufschlägt.

Tolle Junge Leute

Im Film „Das Boot“ gibt es fast am Ende eine besonders eindrucksvolle Szene: Das Boot liegt schon seit Stunden in über 250m Tiefe auf Grund und ist schwer beschädigt. Sauerstoff und Strom gehen zu Neige. Es ist eiskalt und von überall tropft das Wasser. Bis auf wenige liegen die Mannschaften in den Kojen und atmen durch Kali-Patronen. Die Lage erscheint aussichtslos und die meisten haben wohl mit ihrem Schicksal abgeschlossen. Da kommt der Leitende Ingenieur auf die Brücke und berichtet dem Kommandanten, dass die Maschine repariert und alle Lecks gestoppt sind. Der Kommandant murmelt nur: „Gute Leute muss man haben!“

Zurück in die Realität und auf das Vorschiff der Zora einige Meilen vor Madeira: In vollständiger Dunkelheit sind wir aus dem Windschatten der Insel gekommen und in der Beschleunigungszone ist der fast 50m2 große Klüver aus der Rollanlage geflogen. Keiner von uns kann einschätzen, wie stark der Wind gerade ist, aber das Heulen im Rigg ist eindrucksvoll. Juri und der Skipper versuchen das wild schlagende Groß zu bändigen, ein Reff einzuziehen und das Stagsegel zu setzen. Ölzeug haben wir nicht an. Dafür ware keine Zeit. Immerhin sind wir gut gesichert mit Sicherheitswesten und Lifelines. Trotzdem, harte Arbeit!

Da juchzt Juri auf: Vorschiff ist soooo geil! Der Skipper kann das gerade nicht ganz nachvollziehen. Aber so sind die jungen Leute: Einfach toll. Eine kleine Herausforderung und schon wachsen sie über sich hinaus.

Wenige Tage später auf Teneriffa lernen wir Kees van Zon und Erwin Rekers kennen, beide um die 22 Jahre alt. Sie haben sich günstig ein heruntergekommenes 44 Fuß Schiff gekauft und in zwei Jahren von Grund auf saniert. Dabei haben sie alles selber gemacht. Nun sind sie unterwegs und hoffen, dass sie mit ihren Ersparnissen um die Welt kommen. Sollte das Geld ausgehen, wollen sie ihre praktischen Erfahrungen anderen anbieten und so ein wenig Geld verdienen. Der Skipper findet das toll und gibt ihnen gleich ein paar Sachen auf der Zora zu tun. Die billigen, einfachen Lösungen, die sie für das eine oder andere Problem finden, beeindrucken.

Der Skipper hat das Glück immer mal wieder mit diesen jungen Leuten zu segeln. Sie sind ehrgeizig, witzig, stark, ausdauernd und vieles andere mehr. Man kann sich ruhig in die Koje legen und ihnen das Schiff überlassen. Nur weniges kann der Skipper selber vielleicht noch besser – z. B. Kochen bei viel Welle. Aber auch dieser Vorsprung schwindet.

Tja, Gute Leute muss man eben haben!

(P. S. Die Reise von Kees und Erwin kann man hier verfolgen.

Lissabon Madeira

Freitag, 22. September 2017

Auch dieser Trip beginnt natürlich in üblicher Haas-Manier: „Oh ist es schon halb zwölf?“ Aber wie immer schaffen wir es dann doch pünktlich zum Flughafen. Zwar bedarf es einer kleinen Umpackaktion, um die Gewichtsregularieren der Fluggesellschaft einzuhalten, aber danach läuft alles glatt. Sehr zum Erstaunen unseres Skippers. Alles Gepäckstücke da, immer die richtige Bahn erwischt, Boot schwimmt noch, wie es soll und Abendessen schmeckt. Ah, Moment. Das stimmt nicht so ganz. Auch wenn ich mich im Flieger noch auf alles vorbereite , indem ich die Sammlung von Berichten über gesunkene Segler „Total Loss“ lese, konnte die Lektüre mich nicht auf diesen „Total Loss“ vorbereiten. Die gesamte Ladung Nudeln ging schnurstracks über Bord. Jeglicher Versuch der Crew durch verzweifeltes Hinzufügen von Salz und Pfeffer war absolut vergeblich und schließlich mussten wir aufgeben. Was passiert war: Der Frischwasserhahn am Waschbecken war nach langem Nichtbenutzen noch etwas widerspenstig, da nahm Tobias stattdessen ein bisschen Mineralwasser. Allerdings handelte es sich bei der unetikettierten Flasche nicht um Frischwasser, sondern um Tonic Water. Einen Versuch es mit Gin zu verbessern haben wir unterlassen, aber sollte einer unser Leser damit Erfahrung gemacht haben, würden wir uns sehr über einen Erfahrungsaustausch freuen.

Samstag, 23. September 2017

Wenn du hast Scheiße am Schuh, dann hast du Scheiße am Schuh. Tja auch im sonnigen Cascais ist man nicht davor gefeit in Scheiße zu treten, um so ärgerlicher, wenn diese im eigenen Boot schwimmt. Ein Außenstehender könnte wohl berichtigte Zweifel stellen, ob es sich wirklich um erholsamen Urlaub handelt, wenn man am ersten Tag erst mal das Klo reparieren muss und dann Teile des Bootes mit dessen Inhalt fluten. Allen Zweiflern sei gesagt, alle Beteiligten können es auch nicht verstehen.

Juri und Rahel sind unterdessen mit einem Großeinkauf beschäftigt und kommen voll beladen wieder. Nur noch wenige weitere Vorbereitungen und wir legen ab. Lässt man ein paar Details wenig, war unsere Abfahrt sogar entspannt. Diese Kleinigkeiten wären Diesel, Navigations-iPad, aber wer will schon Details. Wir schauen schnell drüber hinweg, denn wir sind heiß auf segeln! Während einige sich nach dem Abendessen (ohne Tonic, der flog in den Müll) schnell in die Koje verkrümelten, genossen andere den tollen Sonnenuntergang.

Sonntag, 24. September 2017

Die ersten 24h Segeln sind unheimlich entspannt. Zwar ist der Anfang noch nicht sehr erholsam, da wir uns alle erst wieder an das Schaukeln auf See gewöhnen müssen, aber schon bei den ersten Sonnenstrahlen sind alle schwer beeindruckt von dem langen und hohen Atlantikschwell.

Da uns der Wind ein bisschen im Stich lässt, beschließen Tobias und Juri die Köpfe zusammen zu stecken und das Modem für das Kurzwellenfunkgerät zu reparieren. Vereinte Kräfte, grübeln, messen, löten, denken und nach mehreren Stunden: „Die Hardware geht. Nur noch die Software.“ Aber das wird vertagt.

Mittlerweile versuchen wir anderen beiden die Zeit tot zu schlagen. Dank Windsteueranlage, die sogar den Steuermann der Pinta alt aussehen lassen würde, gibt es nichts zu tun, außer zu checken, dass alle anderen Schiffe mehr als 30nm entfernt sind, gelegentlich Essen machen und so wird gelesen, gestrickt und gegessen. Juri bringt es auf den Punkt, der einzige Unterschied, wenn man auf Wache ist, man dürfe nicht schlafen.

Montag, 25. September 2017

Als ich heute um sechs Tobias von seiner Wache ablöste, schwärmt er von einer mitnächtlichen Öffnung der dichten Wolkendecke, sodass er den Orion bestaunen konnte. In der Tat ist der Sternenhimmel mitten auf dem Meer spektakulär.

Später am Tag gibt es plötzlich einen Aufschrei. Die Crew an Deck ist schon sehr irritiert. Tobias hat es nun auch die Software richtig eingestellt und die erste Email verschickt. Kurze Zeit später sind wir dann auch in freudiger Konversation via Kurzwelle mit Leuten aus Finnland, Deutschland und Gran Canaria. Hauptgrund war natürlich, dass wir die Wahlergebnisse erfahren wollten, die erhaltene Nachrichten wollen nicht weiter kommentieren.

In der Nacht packt Tobias erneut die astronomische Entdeckerfreude erneut und gemeinsam arbeiten wir uns durch Sternenkarten. Ich als absoluter Astronomielaie, entdecke echt vieles.

Dienstag, 26. September 2017

Der nächste Morgen beginnt stressig. Es sollte bis zehn Uhr dauern, bis wir endlich Frühstück bekommen sollten. Bis dahin werden wir mehr Manöver fahren als die ganze Tour zu vor. Es ist immer wieder eine Freude vom Skipper eine Stunde vor der Wache geweckt zu werden. Aber gut, damit es heute Brot geben kann, muss erst das Petroleum aus der Backskiste unter der Pinne geborgen werden. Also geben wir Diego (die Windsteueranlage ist mittlerweile von einigen so getaut, ein anderer Teil der Crew nennt sie Hugo) kurzer Hand eine Pause vom steuern und legen uns kurz back. Nachdem wir wieder auf Kurs sind merken wir, der Wind hat gedreht und wir fahren genau dort hin, wo wir das Hochdruckgebiet vermuten. Es ist schon ein wenig lustig, dass man eine Halse mitten auf dem Meer fährt ohne, dass jemand am Ruder ist. Im Wesentlichen muss eigentlich nur der Klüver auf die andere Seite ausgebaut werden, aber das erfordert schon vier Hände auf dem Vorschiff. Ohne größere Probleme gelingt uns das Manöver und die aufwachende restliche Crew stellt belustigt fest: „Menschen, hier oben sieht es ja ganz anders aus.“

Ansonsten ähneln sich unsere Tage. Bis plötzlich am Horizont ein Segel auftaucht. Empörung macht sich breit. Jemand ohne AIS hat sich von hinten an uns heran geschlichen. Das motiviert uns, dann doch einmal unseren Trim zu begutachten und hier einen bisschen zu fieren und da etwas anziehen und schon verschwindet das Segel auch wieder hinterm Horizont. Denen haben wir es gezeigt! Skipper ist stolz und spendiert drei 20cl Biere (Crew + Skipper = 4 Personen)… Hoffentlich holt uns nicht noch jemand ein, Angst macht sich breit, was wohl dann passiert, gibt es dann zwei 20cl?.

Mittwoch, 27. September 2017

Nach knapp 75h liegen vor uns nur noch 236nm und es wird gewettet, wann die Zora Funchal erreichen wird. Grundoptimist Juri sagt, wir brauchen noch 39h, Tobias und Rahel sind mit 48h und 49h, was mich dann wohl mit 53h zum Pessimisten macht. Wirklich mehr ist nicht passiert.

Donnerstag, 28. September 2017

Was die Gripfiles schon angedroht haben, ist dann gegen Mitternacht, natürlich während meiner Wache, auch eingetreten. Der Wind ist eingeschlafen und wir treiben vor uns dahin. Das Schlimmste jedoch ist das dauerhafte Rollen des Bootes. Aber glücklicherweise lässt nach und nach auch die Welle nach. Allmählich hat sich endgültig eine Tagesroutine eingestellt. Die erste Tageswache fährt Manöver falls nötig, denn in der Dunkelheit wollen wir nicht auf dem Vordeck mit dem Klüverbaum jonglieren. Es ist halt ein Cruise und kein Race. Heute besteht das Manöver aus Segel bergen, und dann wie immer Frühstück. Juri macht nicht nur frisch gebackenes Brot, sondern auch Spiegeleier. Vormittags wird dann gearbeitet. Heute werden zwei neue Innovationen von Tobias installiert. Nach dem die Segel geborgen sind, kann der Großbaum zweckentfremdet werden. Alle sind sich einig, dass das selbst entworfene Sonnensegel die Lebensqualität unseres Nichtstun enorm steigert. Wie Beduinen sitzen wir im gemütlichen Schatten. Aber total nervig ist, wir müssen selber steuern. Diego kennt natürlich Motoren nicht und dem entsprechend verweigert auch weiter zu steuern. Aber Innovation Nummer zwei sollte uns, dass mittlerweile verlernte Steuern, wieder abnehmen. Eine Tupperdose! Ja in der Tat, diese tolle Box, in der wir unsere Äpfel, Brote, Salate oder was auch immer zur Arbeit, Schule oder sonst wo mit nehmen. Nun zu gegebener Maßen unterscheidet sich diese Dose ein wenig, wie sie üblicherweise ist. Zum einen sind in drei Wänden jeweils ein Stecker eingelassen und im Deckel eine Autopiloteinheit, die durch eine externe Kompasseinheit mit einem Kurs versorgt wird (Stahlschiff und Kompanten sind bekanntlich nur begrenzt kompatibel). Der Autopilot sendet dann an eine Steuereinheit und nach zwei Kalibrierungskreisen sind wir wieder beschäftigungslos. Denn wir erwarten, dass der Wind erst wieder einsetzen wird, wenn wir Madeira schon erreicht haben. So bleibt Zeit für andere Beschäftigungen, so hat Rahel seit dem Ablegen einen Pullover gestrickt und heute früh ist ein Sockenpaar in Produktion gegangen. Juri, und für Leute, die ihn schon etwas länger kennen, entdecken vielleicht die Pointe, arbeitet sich durch ein Buch, das knapp 2,4 Kilo wiegt. Tobias baut und bastelt oder hält unser Leben mit der GoPro fest. Wenn ich nicht gerade maßlos viele quatsche, schreibe ich an diesem Blog. Die anderen ermuntern mich auch fleißig, dass er auch sehr ausführlich sein kann, was auch immer das heißen mag…

1500 heißt es gesammelte Mannschaft antreten und an der Reling aufstellen. Es ist Waschraum! Ein Glück wir konnten uns echt schon nicht mehr riechen. Wow wir baden in über 4400 Meter tiefen Wasser und es ist so unglaublich klar. Naja, Juris Kommentar: „Hilft uns Brillenträgern auch nicht wirklich.“ Nachdem wir wieder unsere Fahrt unter Motor aufgenommen haben, fliehen wir aufs Vordeck, um möglichst viel Abstand zum lärmenden Motor zu bekommen, was Juri dazu veranlasst die Nacht draußen zu schlafen. Ich beschließe kurzer Hand zu folgen. Noch war die Nacht ziemlich klar und der Mond fast halb voll erleuchtete alles mehr als ausreichend. Insbesondere das Meeresleuchten war besonders kräftig. Und während wir auf dem Deck so liegen, höre ich auf der Steuerbordseite ein Geräusch. Der Hai wird es wohl nicht sein, den wir am Abend in einigem Abstand gesehen haben. Als ich dann endlich die Brille auf habe, ist mir klar das es ein Delphin ist. Schnell rufen wir die anderen an Deck. Denn besonders spektakulär ist, dass das Auf- und Wiedereintauchen des Tieres ebenso Meeresleuchten produziert. Leider bleiben die beiden Delphine nicht lange, sodass Rahel und Tobias sie nicht zu Gesicht bekommen. Alleine deswegen hat es sich schon gelohnt draußen zu schlafen.

Donnerstag, 29. September 2017

Donnerstag war wohl der unaufregendste Tag von allen. Wir hatten nichts zu basteln, es war immer noch kein Wind und fuhren mit Motor immer Richtung Westen. Es wurde also gestrickt, gelesen, gegessen und geschlafen. Ah, und wir auf Porto Santo angelegt. Wir wollten nur bei Tageslicht einen unbekannten Hafen erreichen und beschlossen so 30nm vor Madeira die ehemalige Heimat von Christoph Kolumbus anzulaufen. Mensch, war die Dusche toll! Freitag soll auch endlich der Wind wieder einsetzen, sodass wir die Etappe nach Madeira segelnd beenden können.

Freitag, 30. September 2017

Freitag war der Tag der ersten Male. Also seglerisch. Wir mussten zwar wieder unter Motor beginnen, aber nachdem wir aus der Windabdeckung heraus kamen, konnten wir den Gennaker setzen. Ah diese Ruhe und schnell ist es auch noch. Und dann kam schon die nächste Premiere. Regen! Irgendwie konnten wir uns alle sehr gut daran erinnern, dass Tobias uns Dauersonne versprochen hatte, aber die Abkühlung tut trotzdem gut.

Schließlich genießen wir die Aussicht entlang der Südspitze Madeiras entlang zu segeln. Besonders spannend sind da die Flugzeuge, welche im engen Kreis über uns die Landebahn auf einer Brücke anfliegen. Hierbei sieht Rahel auch endlich ihre ersten Delphine. Sie kann wieder beruhigt schlafen.

Den Abend lassen wir mehr als entspannt in einer Bar bei sehr gutem Madeira Wein ausklingen.

Endlich geht´s weiter…

Ende Juli hatte Jakob die Rode Zora bis nach Cascais gesegelt. Dort trafen sich dann Gesa, Tobias mit Daria und Jakob und verbrachten noch 2 sehr nette Tage an Bord und in Lissabon.

Stadtbummel mit Jakob und Daria in Lissabon

Nachdem Daria und Jakob abgereist waren, blieben Gesa und Tobias insgesamt 2 Wochen dort und genossen Portugal, Lissabon, den Atlantik. Ada kam für eine Woche aus Freiburg zu Gast und zusammen fuhren wir nach Porto und besuchten unterwegs Coimbra und das spektakuläre Kloster Battaglia.

Ada im Hyronimus Kloster in Lissabon

Dann aber ging´s erst einmal wieder nach Hamburg, Tobias per Flugzeug und Gesa mit dem Auto allein in drei Tagen mit Stopps in Burgos und bei den Dünen von Pylat an der Bay d’Arcachon. Denn es gab eine Hochzeit auszurichten.

Die haben wir nun hinter uns und die Strapazen der Vorbereitungen und des Festes sind überstanden. Wir können also wieder segeln gehen. Dabei sind diesmal Rahel, der neu gebackene Schwiegersohn Marcel, Juri Zach, und als Skipper Tobias.

Am 22. September beginnt die Reise zunächst mit Auto aus der Elbchaussee zum Flughafen, dann mit der TAP nach Lissabon, vom dortigen Flughafen mit der Metro zum Cais do Sodre, mit dem Vorortzug hinaus nach Cascais und schließlich vom Bahnhof zu Fuß zum Hafen, wo wir Zora friedlich und in bester Ordnung vorfinden.

Abreise aus Hamburg in Richtung Cascais

Selbst die Entlüftungsschraube für den Petroleumtank, die in den letzten Tagen vor der Abfahrt noch für Stress gesorgt hatte, liegt friedlich oben auf dem Tank, wo Gesa sie etwas sorglos vor 2 Monaten bei der Abreise einfach hingelegt hatte. Denn ohne Schraube kein Druck im Tank und ohne Druck nichts warmes an Bord, insbesondere keinen heißen Ingwertee während den Nachtwachen.

Rode Zora Shore Team reaches the Atlantic

Member of Shore Crew in the harbour of San Sebastian

After an „interesting“ trip with the Auto Train from Altona to Lörrach,  the shore team of Zora drove two days and explored two French camp grounds before crossing into Spain and finally reaching the Atlantic ocean. This was celebrated with an excellent pintxos lunch  and a bath in the beautiful bay.

Roadtrip nach Lissabon

Die nächste Crew ist auf dem Weg nach Lissabon. Gesa hasst das Fliegen und so verbinden wir Schönes mit Nützlichem und machen einen Roadtrip um Zora an ihrem letzten geplanten Hafen auf dem Europäischen Kontinent noch einmal zu versorgen. An Bord unseres VW Busses sind außer der Campingausrüstung allerlei Großes und Kleines das an Bord zumindest noch nützlich sein könnte. Unter anderem ein überholter Wärmetauscher für die grüne Eminenz. Vielleicht ist das nur notwendig um die Paranoia von Tobias zu beruhigen, der der Reparatur aus Ramsgate nicht so richtig traut und sich auf einer einsamen Insel (Selvaghem Grande – wer kennt das und weiß wo das ist 😛) mit einem leckenden Wärmetauscher sieht…

1500 Meilen in 5 Wochen

Am Sonnabend gegen 18:00 läuft Zora in Cascais ein – fast eine Woche früher als geplant. Am Sonntag hatte ich die Gelegenheit länger mit dem Skipper zu telefonieren. Die gesamte Reise verlief entspannt und nach Plan. Alles an Bord hat gut und zuverlässig funktioniert. Alle Crews haben sich wohlgefühlt. Über die Reise gäbe es viel zu berichten. Hoffentlich wird einer der Teilnehmer den Weg zum Stift oder zur Tastatur finden…

Cabo San Roca im Kielwasser