Seit gestern vormittag laufen wir Platt vorm Laken, mit dem Wind upn Mors, oder vornehmer: Mit dem Wind genau von achtern. An Bord gehen die Meinungen auseinander, ob das, mal abgesehen von der Flaute, der anstrengendste Kurs ist. Die ein Hälfte bevorzugt das Am-Wind-Segeln, weil alles schön auf einer Seite bleibt und das Schiff nicht affenartig hin- und herrollt. Die andere Hälfte stört das Stampfen am Wind. Auf jeden Fall machen wir ordentlich Meilen vor dem Wind. Unser letztes Etmal waren 152 nm. Die Jugend hatte auf 170 gehofft, aber der Skipper ist etwas konservativ mit der Besegelung. Wenn etwas kaputt geht hier draußen, dann kann selbst Toplicht nicht liefern! Die gute und die schlechte Nachricht: Die Bedingungen sollen für die nächsten 36 Stunden so bleiben. Wir werden also gut voran kommen, aber müssen uns in den Kojen ordentlich festklemmen. Selbst die schmale Lotsenkoje des Skippers ist noch nicht schmal genug. Deshalb hat er sich letzte Nacht zwei verpackte Schlafsäcke vor und hinter den Bauch geklemmt und noch dazu die Ohren zugestöpselt. So läßt es sich dann doch halbwegs ordentlich schlafen. Ansonsten ist nicht so viel zu tun. Allenfalss von einem weiteren erfolglosen Angelversuch könnte berichtet werden und davon, dass wir das Brotbacken notgedrungen haben ausfallen lassen. Stattdessen gab´s Müsli. Sogar Mandelmilch konnte serviert werden für die Laktose-Intoleranten!