Der Skipper zuckt aus dem Schlaf. Björn muss ordentlich schütteln um ihn wach zu bekommen. Es ist 0100 früh und Björn möchte in seine Koje. Jetzt ist der Skipper dran mit der Wache. Bis der in voller Montur an Deck erscheint, vergeht eine Weile. Und dann ist auch noch eine Halse fällig. Bis Björn endlich in seiner Koje ist, verstreicht noch einmal eine viertel Stunde. So eine Halse ist viel Getüddel auf der Zora, besonders bei viel Welle. Endlich kann Björn schlafen und der Skipper macht´s sich im Cockpit gemütlich. Die Nacht ist mondhell und das Wasser schäumt glitzernd vorbei. Einzelne ganz helle Sterne sind bei diesem Mondlicht zu sehen. Einfach traumhaft! Für solche Nächte auf See nimmt man viel Aufwand und Anstrengung in Kauf. Die Zeit verfliegt im Nu. Immerhin sind jetzt auch ein paar Schiffe auf dem AIS zu sehen. Laut Pilot Chart des Atlantik verlaufen hier die Routen vom Golf von Mexico nach Europa und von New York nach Südafrika. Um 0400 ist dann Marcel an der Reihe. Den braucht der Skipper nur kurz anzutippen und 10 Minuten später steht er gestiefelt und gespornt im Cockpit. Der Skipper verkriecht sich wieder in seiner Lotsenkoje unter der Cockpitducht. Erst um 0900 kommt er wieder heraus. Inzwischen ist schon Rahel auf Wache und Björn sitzt auch schon in der Sonne. Zeit für Frühstück: Es gibt Vollkornbrot mit Philadelphia und allerlei Garnituren: Schinken für die Nichtvegetarier, Käse, Nutella und Honig für die vegetarische Hälfte der Crew. Dazu Tee und Kaffee, je nach Vorlieben. Marcel bekommt sein Frühstück gegen 11:00, denn er ist ja erst um 07:00 ins Bett gekommen. Da wir in der Nacht gehalst haben ist allerlei Verschollenes wieder aufgetaucht, darunter ein Köder zum Fischen, den Rahel zu basteln begonnen hatte. Der wird nun im sonnigen Cockpit fertiggestellt und dann an einer langen Leine achteraus gehängt. Wir machen bereits Menüpläne mit dem noch nicht gefangenen Fisch. Später wird dann auch noch ein Schokoladenkuchen gebacken, gelernt, Hörbuch gehört und „Black Stories“ gespielt. Derweil will kein Fisch anbeißen und das Menü wird auf Pasta umgestellt. In die Fertigsauce schnibbeln wir frische Paprika und Zwiebeln. Heute gelingt es dem Smut, der auch noch im Nebenjob als Skipper agiert, die Crew satt zu bekommen. Drei Farfalle bleiben übrig und werden Neptun geschenkt. Für die Nacht ziehen wir ein zweites Reff ins Groß und rollen den Klüver ein Viertel ein. Platt vor den Laken mit ausgebaumtem Klüver sind wir immer noch mit 8kn unterwegs. Mal schauen, was uns die Nacht bringt…