Un Rendez-Vous après 39 ans

Facebook ist faszinierend! Es wird geschimpft über Hetze im Netz, Mobbing, Verzerrung von demokratischen Prozessen, Hassreden. Und dann das: Eine Klassenkameradin hat Tobias auf Facebook aufgespürt. Sie versucht über Facebook mit den Leuten aus der Europäischen Schule in Karlsruhe Kontakt zu halten. Und so schreibt sie Tobias an.

Der erzählt von seinen Reiseplänen und dass er im Januar auf Martinique sein will. Es stellt sich heraus, dass sie mit ihrer Familie, der Tochter aus New York und den Enkelkindern, über Weihnachten dort sein wird. Bereits seit 30 Jahren kommt sie regelmäßig dorthin. Sonst lebt sie in Montpellier mit ihrem Mann, einem Psychiater. Der ist nebenbei der Sohn unseres gemeinsamen gehasst-bewunderten Französischlehrers, Mr.  Bridoux. Nun denken die Beiden sogar darüber nach permanent nach Martinique zu übersiedeln.

Sie wohnen in einem Haus am Strand mit zugehöriger Festmacherboje und laden uns herzlich ein sie zu besuchen. So wird ein Treffen zunächst im kleinen Örtchen Case Pilote vereinbart, wo es einen Hafen und eine Ankermöglichkeit gibt.

Am 9. Januar macht sich die Zora unter Segeln von der Halbinsel Pointe du Bout am Eingang der Bucht von Saint Pierre auf nach Norden unter der Küste von Martinique. Es wird unser erstes Karibiksegeln, halbwinds unter einem strahlenden Himmel über türkisblauem Wasser.

Gesa und Tobias mit Susan Bridoux

Am Abend treffen wir uns dann zum allerersten Mal seit dem gemeinsamen Abitur im Jahr 1979 in Karlsruhe. Case Pilote – Karlsruhe sind etwa 8000 km entfernt und 39 Jahre sind vergangen. Es gibt eine Menge Geschichten zu erzählen über Klassenkameraden, Lehrer, Kinder, Enkelkinder. So verbringen wir zwei Tage zusammen und erfahren viel über Martinique, das die Beiden sehr gut kennen. Zora liegt derweil an der Festmacherboje während der Pendelverkehr zum Land per Beiboot oder schwimmend erledigt wird.

Nächstes Kapitel

Am Heiligabend um14:30 landen Jakob und Lasse braungebrannt und bester Laune in Fuhlsbüttel. Das Surfgepäck kommt erst am 27. Dezember in der Elbchaussee an. Beim Öffnen entweicht ein unvergesslicher Duft von Neos die langsam in Gärung übergehen…

Die nächste Zora Crew verbringt die Zeit bis zum 6. Januar mit Vorbereitungen für eine längere Abwesenheit von Hamburg und dem Besorgen von Dingen die während mehrerer Monate an Bord unverzichtbar erscheinen. Und dann hat da die Passatwind Crew noch eine längere Reparaturliste mitgebracht. Aus Glückstadt von T1 Segel werden  2 Lattenkarren geholt, aus Wedel kommen 6,4 mm Monel Nieten und eine vom Schlosser handgefertigte Halterung für den Spiebaum, von Indenor-retro kommen als Paket eine Seewasser- und eine Dieselförderpumpe für die Machine und schließlich von Toplicht allerlei Kleinkram. Zwei Solarpanele reisen mit UPS nach Martinique, weil die Condor sie nur für einen absurden Aufpreis mitnehmen wollte. Für die im Atlantiksquall ausgelösten Rettungswesten werden bei Condor und bei Lufthansa 5 CO2 Patronen angemeldet, reisen dann aber doch illegal, weil sie mit 58g mehr als zweimal so groß sind wie gestattet und weil die ebenso vorgeschriebenen 2 Rettungswesten natürlich nicht im Gepäck sind (Wer macht solch absurde Regeln.)

In der Nacht vor der Abreise wird bis in den frühen Morgen gepackt, ge-emailed, aufgeräumt und sogar noch eine Klausur korrigiert. Es bleibt sogar Zeit für eine Stunde Schlaf!

Die Crew kann es schließlich kaum fassen, dass sie um 07:30 im Flugzeug sitzt und noch am selben Tag, 14 Stunden später in Fort-de-France aussteigt… noch mit Pudelmütze auf dem Kopf. Die verschwindet allerdings schnell im Rucksack angesichts von 27 Grad Außentemperatur. Das Gepäck erscheint pünktlich und vollständig. Nur eine kleine Kugel in der Pantrypumpe fehlt… allerdings liegt die in Hamburg in der Werkstatt.

Martinique begrüßt die Hamburger Bleichgesichter mit einem Sturzregen, der alle Achtung verdient hat. Als das Taxi allerdings die Werft in Fort de France erreicht hat das Wetter ein Einsehen und gewährt eine Stunde Regenpause, die wir gut zum Einstauen nutzen können.Mehr wird hier nun erst einmal nicht berichtet außer, dass Zora inzwischen vor der Pointe du Bout 3 Meilen östlich von Fort de France vor Anker liegt und an Bord Ruhe und Entspannung einkehren könnten, wenn da nicht die Dauerbeschallung von der Strandbar wäre…

Maschinenprobleme

Bereits auf Barbados war der Crew aufgefallen, dass sich Wasser im Öl der Maschine befand. Die Diagnose eines Mechanikers vor Ort: Wahrscheinlich defekte Zylinderkopfdichtung. Aber nicht so dramatisch, dass man nicht noch bis Martinique weiterkommen sollte. Dort befände sich auch ein Volvo-Penta Service. Beim Einlaufen in Marin auf Martinique fing der Motor dann zu stottern an und die Crew hat ihn sicherheitshalber sofort abgestellt. Somit kam man allerdings erst einmal nicht gegen den Wind durch das enge und Riff-gesäumte Fahrwasser der Marina.  Also erst einmal an geeigneter Stelle vor Anker gehen. Von dort gelangte Rode Zora im Schlepp zum „Fueldock“ in Le Marin. Im Hafen war sonst kein einziger Platz frei. Hochsaison in der Karibik!

Im Schlepp mit Maschienproblemen auf dem Weg nach Le Marin auf Martinique

Bei Volvo war die erste Auskunft, dass man vor dem Neuen Jahr keine Kapazität habe für eine Reparatur, insbesondere nicht für das Wechseln einer Zylinderkopfdichtung. Immerhin empfahl man einen Mechaniker, der sich das Problem ja mal anschauen könne. Der diagnostizierte rasch, dass das Wasser in der Maschine Salzwasser war. Somit fiel die Diagnose Zylinderkopfdichtung aus. Alternativen: Ölkühler, Auspuff und Seewasserpumpe. Da letztere seit Teneriffa bereits auf der Vorderseite leckte, wurde diese Ursache als erste untersucht.

Seewasserpumpe mit ausgebauter Welle und Blick in den Ölführenden Teil der Maschine

Per WhatsApp wurde aus Hamburg eine Explosionszeichnung der Pumpe nach Martinique gesandt und die Crew konnte mit dieser Information die Pumpe ausbauen und zerlegen.

Noch dazu konnten zwei Simmerringe zum Abdichten der Pumpe von Volvo beschafft werden. Nach Zusammenbau, Spülen der Maschine mit Diesel und zweifachem Ölwechsel erscheint es so, dass das Problem gelöst ist. Jedenfalls ist die Maschine 15 Minuten Probe gelaufen und danach war kein Wasser im Öl!

Die Crew war mächtig stolz darauf, dass sie diese Reparatur im wesentlichen ohne Hilfe durchführen konnte und machte sich danach sogleich wieder auf um noch ein paar Tage die Schönheiten von Martinique zu genießen…

Die folgenden Foto schickte die Crew am folgenden Tag und schwärmt von traumhaften Mangrovenwäldern

Letzte Etappe…

Gestern Vormittag gegen 11:00 lokaler Zeit hat sich Rode Zora aufgemacht zur letzten Etappe dieser Crew von Barbados nach Martinique. Leider hat sich auf Barbados herausgestellt, dass die grüne Eminenz an Bord, unser Schwede mit französischen Wurzeln, eine neue Zylinderkopfdichtung braucht. Glücklicherweise ist Ersatz an Bord, der nun in Martinique eingebaut werden soll, bevor die nächste Crew am 6. 1. anreist. Das überlassen wir allerdings lieber einem Experten.

Bis zum Rückflug der aktuellen Crew ist aber noch etwas Zeit, Martinque kennenzulernen.

P. S. Während des Schreibens dieser Zeilen trudelt via WhatsApp ein Bild von Bord ein. Ein Hoch auf EU und bezahlbare Kommunikation!

Atlantic Crossing completed

This morning at 0926 UT Rode Zora v. Amsterdam arrived in Bridgetown Barbados having crossed the Atlantic ocean. Zora sailed 2200 nm in 15 d 23h 30 m for an average daily run of 139 nm and an average speed of 5.8kn.  We hope to hear from the crew soon. Local time was 0526. Hence it was probably still dark… The crew might take a good nap before we hear from them…

The track recorded by the Spot Trace:

And the speed as calculated hour by hour (in knots)

200 Miles to go

Today during the early morning hours, Zora had sailed 2000 nautical miles from Mindelo. There are only 200 miles to go to Barbados. This is what the crew sent to us last night:

Rode Zora Statusupdate 06.12.2017 21:36 UTC

Position: N 12 51.033 / W 055 38.809

Kurs 273 Grad bei ca. 7 Knoten.

Wir haben lange überlegt, diskutiert und geprüft. Nun sind wir sicher. Wir wünschen
allen einen frohen Nikolaus und hoffentlich gefüllte Stiefelchen.

Wir sind heute (hoffentlich) zum letzten Mal auf Backbordbug gehalts und nehmen nun
direkten Kurs auf Barbados. Aktueller und vorhergesagter Wind sind gut. Unsere 
Navigationsinstrumente zeigen noch 234 Nautische Meilen. 

Liebe NIkolausgrüße

Vincent  Michigan region phone  , Lasse, Jan Henrick, Jakob

Beigedreht!

Rode Zora Statusupdate 04.12.2017 20:59 UTC

Position: N 13 36.630 / W 050 44.187

Wir sind gestern Nacht von zwei starken Squalls/Gewittern überrollt worden mit
Blitz, Donner, Platzregen, Sicht 10 Meter, und 40 Knoten Gewitterböen. Alles was eben dazugehört.

Wir haben zweimal beigedreht und jeweils für ca. eine Stunde abgewettert. Der Regen war so
stark, dass die Wasserautomatik drei unserer Schwimmwesten ausgelöst hat.

Seit heute Früh sind wir wieder auf Kurs und glücklicherweise von Gewittern verschont geblieben.
Zum Abend hin hat es leicht aufgeklart. Vielleicht haben wir Glück und der Hauptteil der Front
(easterly wave) ist durch. Wir bereiten uns trotzdem wieder auf alle Fälle vor und hoffen, dass
wir heute Nacht etwas mehr Schlaf bekommen.

HInsichtlich des Adventsdatums bedanken wir uns für die aufklärenden HInweise
und wünschen nachträglich noch einmal einen schönen und besinnlichen 1. Advent 🙂

Allen geht es gut.

Liebe Grüße

Vincent, Lasse, Jan Henrick, Jakob

Tropical Squalls

Rode Zora Statusupdate 03.12.2017 20:15 UTC

Position: N 13 22.350 / W 048 47.806

Kurs 270 Grad bei ca. 7 Knoten Fahrt über Grund.

Wir befinden uns seit etwa 4 Stunden in einer ausgedehnten Front aus
subtropischen Squalls. Zum ersten Mal seit unser Abfahrt auf Teneriffa am
05.11 hat es wieder geregnet. Eine willkommene Abwechslung!

Die Squalls bringen leicht drehende Winde und Gewitterböen. Bisher alles sehr
entspannt. Trotzdem fahren wir heute Nacht Doppelwachen a 6 Stunden an Stelle
der Einzelwachen a 3 Stunden, um auf Windveränderungen schneller reagieren zu können.

Es geht uns sehr gut. Noch 627 Meilen bis Barbados. Derzeitiges ETA 08.12.2017

Liebe Grüße

Vincent, Lasse, Jan Henrick, Jakob

Bergfest

Rode Zora Statusupdate 01.12.2017 20:35 UTC

Position: N 13 59.853 / W 043 50.365

 Wir kommen zügig voran; noch 919 Meilen bis Barbados. Die "magische" 999 haben wir heute 
Nacht passiert und mit Rum darauf angestoßen.

Seit Tagen fahren wir durch Seegrasfelder, die immer dichter werden.
Leider sind die Ersatzbatterien nicht mehr gut, die wir in den Satellitentracker eingesetzt haben.
Dieser wird sich demnächst ausschalten, wenn es nicht bereits geschehen ist.

 Die Statusupdates kommen natürlich weiter wie gewohnt.

 Liebe Grüße

 Lasse, Vincent, Jan Henrick, Jakob