Die Ferienfabrik

In Samaná hat die Zora den Absprungspunkt für die Reise zurück über den Atlantik erreicht. Die soll Mitte April beginnen und bis dahin ist noch etwas Zeit.

Marina Puerto Bahia in Samaná

Zunächst reist Ada an mit Flugzeug nach Punta Cana. Von Samaná sind das 300 Kilometer. Wir haben ein Auto gemietet und wollen sie abholen. Übers Autofahren in der DomRep haben wir viel Warnendes gehört und gelesen. Wir probieren also erst einmal eine kleine Tagestour ans Ende der Halbinsel. Mit der ausgezeichneten OSMAnd App auf dem Handy des Skippers fühlen wir uns gegen das Verirren gerüstet. Denn in der Tat: Die Beschilderung der Straßen ist eher zufällig. Auch die um uns herum flitzenden Motorräder und die zahlreichen Schlaglöcher sind gewöhnungsbedürftig. Im Großen und ganzen finden wir die Situation allerdings weniger schwierig als die Berichte vermuten ließen.

Strand in Las Galeras auf der Samaná Halbinsel

So machen wir uns am folgenden Tag auf die Reise nach Punta Cana. Die Fahrt verläuft völlig unproblematisch, denn der größte Teil der Strecke ist eine Mautstraße, die sich in bestem Zustand befindet und auf der kaum Autos unterwegs sind, dafür umso mehr Motorräder und Reiter auf Pferden – die allerdings nur auf dem Standstreifen, wo sie uns nicht stören.

Ankerbucht von Santa Barbara de Samaná

Nach dem zwar wuseligen aber ländlichen Samaná gelangen wir in Punta Cana in eine völlig andere Welt. Das erste Gebäude am Ende der Mautstraße ist die „Blue Mall“, in der wir einen Kaffee zu uns nehmen, denn wir sind aufgrund der unproblematischen Straßenverhältnisse viel zu früh da. In der Mall reiht sich eine teure Boutique an die nächste. Nach den Preisen hier richtet sich das Angebot in diesem Konsumtempel eher nicht an die Einwohner der DomRep, deren durchschnittlicher Monatslohn bei etwas 400 Euro liegt. Auch wir können bei manchen dieser Preise nicht mithalten: Eine hübschen Badehose, die Gesa dem Skipper schenken möchte, wird an der Kasse mit 250 US Dollar aufgerufen und wandert folglich wieder ins Shopregal. Für den Eiskaffee im Santo Domingo Coffee Shop reichen unsere Finanzen gerade noch. Außerdem verfolgen wir auf einem riesigen Flachbildschirm das Champions League Spiel zwischen Roma und Barcelona. Der Skipper kann sogar das Kampflied der Römer schmettern… allerdings mit leicht verändertem Text!

Eine Flotte von Bussen erwartet bleiche Reisende in Punta Cana

Am Flughafen erwartet uns dann ein Terminal, das wie eine gigantische Strandhütte aussieht: Ständerkonstruktion aus Palmenholz und mit Lemongras gedeckt. Ganz dezent erkennt man beim genauen Hinsehen eine stützende Stahlkonstruktion. Die Flieger landen im 10-Minuten Takt: New York, Zürich, Moskau, Düsseldorf. Bleiche Reisende strömen aus dem Terminal und werden sofort von eifrigen Dominikanern in Flotten von Reisebussen geschleust, die sie dann zu einem der zahllosen Strandresorts kutschieren. Unter allen diesen hunderten Strandtouristen können wir schließlich unsere Tocher Ada ausmachen, die mit ihrem Rucksack zwischen all den Leuten mit Rollkoffern heraussticht.

Ada kommt an in Punta Cana

Auch wir haben für eine Nacht ein Hotel hier gebucht, denn wir wollen nicht im Dunkeln durch die DomRep geistern. Der Weg zu unserem Hotel führt an einer nicht enden wollenden Kette von riesigen Resorts vorbei. Die ensprechenden Namen zu finden muss eine echte Herausforderung gewesen sein: Hotel Punta Cana, Grand Palladium Punta Cana, Paradisus Palma, Sirenis Punta Cana… Wir nehmen mit dem Capri Beach Hotel in Bavaro vorlieb, etwas abseits gelegen in einer heruntergekommenen Nebenstraße aber direkt am Strand: Die Bewertungen waren gut und der Preis günstig. Expedia macht´s möglich. Der Verkäufer vom Giftshop nebenan hilft uns beim Einparken. Für ein paar Euro sorgt er dafür, dass unserem Auto nichts passiert. So können wir einen entspannten Abend bei einer köstlichen Paella und eiskaltem Presidente Bier mit Blick auf die Mona Passage genießen.

Ein Gedanke zu „Die Ferienfabrik“

  1. Guten Morgen (jedenfalls hier in Hamburg),
    ich habe viel gelernt in Eurem Blog, denn bislang war die Karibik ein Name für mich. Jedes Mal wenn es einen neuen Bericht von Euch gab, habe ich den meinem Mann vorgelesen und er hat es auf dem Tablet via google maps genau verfolgt. Jedenfalls habe ich jetzt sehr viel mehr Wissen über die Karibik und ich wünsche allen eine gute Heimreise. Ich freue mich auch schon auf Dich liebe Gesa,
    Bettina

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