{"id":684,"date":"2018-06-23T10:26:00","date_gmt":"2018-06-23T10:26:00","guid":{"rendered":"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=684"},"modified":"2026-06-12T22:29:54","modified_gmt":"2026-06-12T22:29:54","slug":"wl2k-farewell-britannia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=684&lang=en","title":{"rendered":"\/\/WL2K Farewell Britannia"},"content":{"rendered":"<p>Am Tag der Sommersonnenwende verl\u00e4\u00dft Zora gegen 21:00 Uhr das sch\u00f6ne Cowes um an der Englischen K\u00fcste entlang nach Osten zu segeln. Den Tag hat die Crew f\u00fcr eine Fahrradtour genutzt quer \u00fcber die Isle of White bis nach Sandown auf der S\u00fcdseite der Insel. Vor dem Ablegen gibt es ein gutes Essen. Dann werfen wir die Leinen los und motoren durch den River Medina hinaus auf den Solent. Mit einem leichten West im R\u00fccken und mitlaufender Tide geht es unter der K\u00fcste der Isle of White entlang zum No-Man\u00b4s Land Fort. Langsam wird es dunkel. Als wir am Fort vorbeisegeln ist es dunkel und von der kreisrunden Festung am Eingang zum Solent sehen wir nur die beleuchteten Fenster und das im Gleichtakt blinkende rote Feuer. Hier queren wir die Tankerrinne und laufen auf den Englischen Kanal hinaus.<br \/>\nF\u00fcr die Nacht hat der Wetterbericht auffrischenden Wind und einen Dreher nach Nord angek\u00fcndigt. Der kommt um 0300 in der Fr\u00fche querab des Rampion Offshore Windparks. Zwischenzeitlich sind zwei Reffs im Gro\u00df notwendig. Gegen Morgen geht der Wind wieder etwas zur\u00fcck und ein Reff kommt wieder raus. So geht es z\u00fcgig an der Englischen S\u00fcdk\u00fcste entlang. Vom hohen wei\u00dfen Headland &#8222;Beachy Head&#8220; verl\u00e4uft der Kurs au\u00dfen an der Platform &#8222;Royal Sovereign&#8220; vorbei in Richtung Dungeness, wo das gro\u00dfe Kernkraftwerk schon von Weitem zu erkennen ist. Am Vormittag dreht der Strom und es geht gegenan. Gleichzeitig schl\u00e4ft der Wind ein und schlie\u00dflich treiben wir mit Fahrt voraus r\u00fcckw\u00e4rts \u00fcber Grund. Damit es in Dover nicht allzu sp\u00e4t wird, mu\u00df die Maschine mithelfen. Mit 5 Knoten durchs Wasser und 2 Knoten \u00fcber Grund fahren wir an Dungeness vorbei.<br \/>\nInzwischen ist wieder Wind da, aber diesmal aus NE, direkt auf die Nase. Querab segelt die Prinsess Mia aus den Niederlanden. Auch wir setzen wieder Segel und lassen uns auf ein &#8222;Tacking Duell&#8220; mit der Mia ein. Der Wind frischt weiter auf und beschert uns an diesem Abend eine sportliche kleine Zielkreuz bis Dover. Die Sonne scheint, der Wind weht und das Wasser ist glatt: Vollendeter Segelgenuss. Die Crew optimiert die Wenden und nach drei Schl\u00e4gen liegt die Mia weit achteraus, denn sie hat ordentlich eingerefft, w\u00e4hrend wir noch mit voller Besegelung gegenan rauschen. Um 2100 sind wir vor dem Hafen. Hier kann man nicht einfach nach Lust und Laune einlaufen, denn Dover ist der verkehrsreichste Hafen Gro\u00dfbritanniens. Hier laufen im Minutentakt F\u00e4hren und Frachter ein und aus. Ordnungsgem\u00e4\u00df melden wir uns bei Dover Port Control an. Wir m\u00fcssen auf eine auslaufenden Bagger warten und bekommen dann die Erlaubnis einzulaufen. Wenig sp\u00e4ter sind wir im Granville Dock in der Dover Marina fest.<br \/>\nTyll hat aus Hamburg erfahren, dass seine Masterarbeit sehr gut bewertet worden ist. Das wollen wir eigentlich in einem gem\u00fctlichen Pub feiern und dabei auch die hungrigen M\u00e4gen stillen. Nach einem Spaziergang an der sch\u00f6nen neuen Strandpromenade finden wir ein geeignetes Pub. Dort gibt es aber nichts mehr zu essen und auch der Verzweiflungsanruf bei Domino\u00b4s Pizza f\u00fchrt zu keinem essbaren Ergebnis: &#8222;We do not take any orders as we are closing in 10 minutes&#8220;. Also zur\u00fcck zum Schiff und aus den Vorr\u00e4ten etwas gezaubert: Fr\u00fche Sperrstunden bef\u00f6rdern die Phantasie!<br \/>\nDer n\u00e4chste Morgen bringt strahlenden Sonnenschein und klare, k\u00fchle Luft. Britannien will uns den Abschied schwer machen: Der Vormittag vergeht mit Einkaufen, Putzen und allerlei Arbeiten am Schiff: Der Skipper geht in den Mast und macht einen Riggcheck. Dort oben ist alles bestens. Das neue Backbord Unterwant wird noch etwas nachgezogen, nachdem es bei der letzten Kreuz in Lee geschlackert hatte. Am Nachmittag wandern wir bei strahlendem Sonnenschein hinauf zum Leuchtturm &#8222;South Foreland&#8220; hoch \u00fcber den weissen Klippen von Dover. Von dort oben haben wir einen atemberaubenden Ausblick auf den Kanal. Im S\u00fcden ist das Franz\u00f6sische Festland zu sehen. Im Westen haben wir eine weiten Blick \u00fcber Dover mit seiner gro\u00dfen Burg und dem gesch\u00e4ftigen Hafen. Im Osten \u00f6ffnet sich der Kanal zur Nordsee. Dorthin wollen wir am folgenden Tag. Denn es geht dann zur letzten Etappe in Richtung Hamburg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Tag der Sommersonnenwende verl\u00e4\u00dft Zora gegen 21:00 Uhr das sch\u00f6ne Cowes um an der Englischen K\u00fcste entlang nach Osten zu segeln. Den Tag hat die Crew f\u00fcr eine Fahrradtour genutzt quer \u00fcber die Isle of White bis nach Sandown auf der S\u00fcdseite der Insel. Vor dem Ablegen gibt es ein gutes Essen. 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