{"id":562,"date":"2018-04-08T21:47:15","date_gmt":"2018-04-08T21:47:15","guid":{"rendered":"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=562"},"modified":"2018-04-08T21:47:15","modified_gmt":"2018-04-08T21:47:15","slug":"mona-passage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=562","title":{"rendered":"Mona Passage"},"content":{"rendered":"<p>Puerto Rico und die Dominican Republic trennen die etwa 100 Meilen der Mona Passage, auf Spanisch &#8222;Canal De La Mona&#8220;. Segler sprechen \u00fcber dieses St\u00fcck Wasser mit einer gewissen Ehrfurcht. Skip Novak, Whitbread Skipper aus den 80er Jahren, h\u00e4lt es f\u00fcr erw\u00e4hnenswert, dass er eine Jacht von Bermuda nach Antigua durch die Mona Passage \u00fcberf\u00fchrt habe. Im &#8222;Free Cruising Guide to the Dominican Republic&#8220; schreibt Frank Vigintino: &#8222;&#8230; the Mona Passage, which is never easy, even when it is, given the amount of anxiety that most suffer quietly (and some loudly).&#8220;<\/p>\n<p>Vor der K\u00fcste Puerto Ricos liegt der Puerto Rico Trough, mit 9000m die tiefste Stelle im Atlantik. Dieser Unterwassercanyon b\u00fcndelt den Nord\u00e4quatorialstrom und schickt ihn gegen den Sockel von Hispaniola. Im Nordwesten vor Cabo Engano liegen die Tiefen nur noch bei etwa 100m. Selbst bei moderaten Passatwinden kommt es dort zu gef\u00e4hrlichem Seegang. Noch einmal Frank Vigintino: &#8222;It feels like standing in the surf on the beach&#8220;. W\u00e4re das nicht schon genug, gibt es auch noch eine seismisch aktive Region zwischen der kleinen Insel Isla Desecheo und Puerto Rico.<br \/>\nVerst\u00e4ndlicherweise w\u00fcnschen wir uns f\u00fcr die Reise durch diese Gegend ruhige Bedingungen. Und der Osterhase ist in diesem Jahr besonders gro\u00dfz\u00fcgig. P\u00fcnktlich zum Ostersonntag bringt er uns was die US Wetterfr\u00f6sche per Navtex als &#8222;benign conditions&#8220;, angenehme Bedingungen, beschreiben. Am Vorabend unserer Abreise genie\u00dfen wir noch einmal die nette Gesellschaft in der Marina Pescaderia. Wir sitzen mit zwei Amerikanischen Seglern und einem sehr gebildeten und bereisten Ehepaar aus Puerto Rico an der Bar und kl\u00f6nen \u00fcber das Land und \u00fcbers Segeln. Gesa bekommt sogar endlich die wachsende Ananas zu Gesicht. Denn als wir erw\u00e4hnen, dass wir das noch nicht gesehen haben, nimmt sie Larry an die Hand und zeigt ihr hinter dem B\u00fcro der Marina in einem Blumentopf eine Ananaspflanze mit einer kleinen Frucht. Nun fehlt noch der Papagei und die selbst gepfl\u00fcckte Kokosnuss&#8230;<\/p>\n<p>Am Morgen des Ostersonntag werfen wir die Leinen los. Cano, Faktotum in der Marina, hilft beim Ablegen und d\u00fcst dann zur Tankstelle, die wir noch aufsuchen wollen. F\u00fcr 150 Dollar bekommen wir 180 l, welch ein Schn\u00e4ppchen. Dann tuckern wir langsam hinaus auf die Mona. Es regt sich kein L\u00fcftchen, w\u00e4hrend wir die ersten Meilen bei spiegelglattem Wasser hinter dem Arrecife Tourmaline nach Norden motoren. Gegen 11:00 kommt der Seewind aus SW, angetrieben von der kr\u00e4ftigen Thermik \u00fcber Puerto Rico, und wir segeln am Wind auf Steuerbordbug in Richtung Isla Desecheo. Au\u00dferhalb des Riffs bekommen wir die langsame und ruhige D\u00fcnung aus Norden zu sp\u00fcren, die vielleicht 2m hoch aber enorm lang und angenehm ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_563\" aria-describedby=\"caption-attachment-563\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0754.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-563\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0754.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"2592\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0754.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0754-300x169.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0754-768x432.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0754-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-563\" class=\"wp-caption-text\">Abschied von Puerto Rico<\/figcaption><\/figure>\n<p>P\u00fcnktlich wie im Drehbuch der Meteorologen kommt dann der Wind aus NE und frischt auf, wir sind aus dem Windschatten Puerto Ricos heraus. Das erzeugt erst einmal ziemliches Wellenchaos und Geschaukel. Aber je weiter wir vom Land weg kommen, desto ruhiger wird der Seegang. Zora segelt mit 6 &#8211; 7 Knoten auf Kurs 330 Grad und mit Windsteuerung. Wir wollen das &#8222;Hourglass Shoal&#8220; vor Cabo Engano auf jeden Fall umfahren, selbst wenn uns das ein paar Meilen mehr kostet. Jetzt kehrt Ruhe an Bord ein. Nur die Rotweinflaschen in unserem Schnappsschrank scheppern und werden prompt vom Skipper in Bilge verbannt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_564\" aria-describedby=\"caption-attachment-564\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0755.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-564\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0755.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"2592\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0755.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0755-300x169.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0755-768x432.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0755-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-564\" class=\"wp-caption-text\">Isla Desecheo<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit Einbruch der Dunkelheit gehen wir dann regul\u00e4re Wachen im 3 Stunden Rythmus. Gesa hat die Wache nach Mitternacht und kann im Westen den Lichtschein von Punta Cana sehen. Sie meint ein wei\u00dfes Mastlicht zu sehen und ruft den Skipper. Aber das Mastlicht steigt immer h\u00f6her und verschwindet dann in den Wolken. Wir kommen zu dem Schlu\u00df, dass das die startenden Flugzeuge am Airport sind. Die Kombination aus Mondlicht, Lichtschein an Land und den hellen wei\u00dfen Lichtern die regelm\u00e4\u00dfig am Horizont aufsteigen findet Gesa &#8222;abgefahren&#8220;. So machen wir ordentlich Meilen durch die Nacht und k\u00f6nnen beim hellen Mondlicht schon die Berge hinter der K\u00fcste der Domrep sehen.<br \/>\nWieder kommt das Drehbuch der Meteorologen voll zum Einsatz als in den Morgenstunden der Passat zu schw\u00e4cheln beginnt und in Richtung Ost dreht. Jede Welle schl\u00e4gt uns jetzt den Wind aus den Segeln. Das Klappern und Knallen ist herzzerreissend, aber solange das Schiff noch voran kommt ertragen wir das. Als dann nach Sonnenaufgang allerdings die Geschwindigkeit auf unter 4 Knoten zurr\u00fcck geht, bergen wir die Segel und werfen die Maschine an. So legen wir die letzten 30 Meilen bis zur Ansteuerung der Bahia de Samana zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Aus Beschreibungen von Seglern wussten wir schon, dass es hier im Nordosten von Hispaniola sehr sch\u00f6n ist. Aber was wir zu sehen bekommen ist \u00fcberw\u00e4ltigend. Dunkelgr\u00fcn liegen hohe Berge um die Bucht. An weissen Str\u00e4nden stehen Kokospalmen wie in einem Reiseprospekt und zur Kr\u00f6nung sehen wir in der Ferne eine Gruppe Buckelwale. Auch ein Begr\u00fc\u00dfungskomittee von 2 Delfinen kommt vorbei und erteilt uns die Einreisegenehmigung in die Bucht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0758.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-565\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0758.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"2592\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0758.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0758-300x169.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0758-768x432.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSCN0758-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Weg in die Bucht und bis zur kleinen Marina Puerto Bahia zieht sich dann eine Weile hin. Wir glauben eigentlich schon dort zu sein und dennoch trennen uns noch 15 Meilen von der Hafeneinfahrt. In die laufen wir dann p\u00fcnktlich nach der Reiseplanung ein. Gleich 4 Angestellte der Marina helfen beim Festmachen. Allerdings haben sie wohl eher mit leichteren Schiffen zu tun und das Man\u00f6ver verl\u00e4uft chaotisch weil der Wind inzwischen wieder ordentlich aufgefrischt hat. Aber 12 Arme k\u00f6nnen am Ende verhindern, dass ein Dalben unsere Windsteuerung abrasiert und wir sind am Ende von 3 Monaten Reise durch die Karibik sicher in der Marina Puerto Bahia fest. In den n\u00e4chsten Tagen wollen wir noch ein wenig das Land erkunden, bevor Gesa mit Ada in La Romana die Aida Luna besteigen um damit nach Kiel zu reisen. Der Skipper hat dann noch eine Woche um das Schiff f\u00fcr die R\u00fcckreise \u00fcber den Atlantik vorzubereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Puerto Rico und die Dominican Republic trennen die etwa 100 Meilen der Mona Passage, auf Spanisch &#8222;Canal De La Mona&#8220;. Segler sprechen \u00fcber dieses St\u00fcck Wasser mit einer gewissen Ehrfurcht. 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