{"id":526,"date":"2018-03-25T17:49:56","date_gmt":"2018-03-25T17:49:56","guid":{"rendered":"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=526"},"modified":"2018-03-25T17:51:10","modified_gmt":"2018-03-25T17:51:10","slug":"regen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=526","title":{"rendered":"Regen"},"content":{"rendered":"<p>Am Abend hat die Crew der Zora die letzte Flasche Rotwein an Bord gek\u00f6pft und ist dann in einen tiefen ruhigen Schlaf gefallen. Es war auch mal nicht so warm unter Deck, gerade mal 27 Grad. Nun d\u00e4mmert das erste Licht durch das Skylight im Vorschiff und der Skipper will sich gen\u00fcsslich wieder umdrehen, denn im Hintergrund h\u00f6rt man Ger\u00e4usche die dem Unterbewusstsein nur allzu vertraut sind. Es trappelt auf Deck als ob tausend M\u00e4use dar\u00fcber hinweg liefen. Doch halt! Was ist das? Ist das etwa Regen? Moment mal. Die schl\u00e4frigen Gedanken m\u00fcssen erst einmal geordnet werden, der letzte Traum ins Unterbewusstsein gepackt und dann langsam die Koordinaten bestimmt. Heute ist der 25. M\u00e4rz. Regen nicht ungew\u00f6hnlich, aber doch ein bisschen warm f\u00fcr M\u00e4rz. Oh, wir sind ja gar nicht in Norddeutschland an einem grauen verhangenen Vorfr\u00fchlingstag Ende M\u00e4rz. Wir sind auf der Westseite Puerto Ricos im kleinen Hafen Puerto Real.<\/p>\n<figure id=\"attachment_529\" aria-describedby=\"caption-attachment-529\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0642.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-529\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0642.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0642.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0642-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0642-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0642-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-529\" class=\"wp-caption-text\">Fischerort Puerto Real<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das muss erst einmal beguckt werden. Im Halbdunkel klettert der Skipper aus der Koje und geht an Deck. Tats\u00e4chlich: Langsamer, norddeutscher Landregen. So etwas hatten wir bisher noch nicht erlebt. Auf den Windward Island hat es geregnet, und zwar kr\u00e4ftig, mal mit Wolke und mal ohne, meistens aber nie mehr als 10 Minuten lang fiel Wasser vom Himmel als h\u00e4tte jemand eine P\u00fctz \u00fcber uns ausgekippt, das ganze begleitet von ordentlich B\u00f6en. Aber alles schnell wieder vorbei. Die salzigen Badehandt\u00fccher wurden auf diese Weise regelm\u00e4\u00dfig gesp\u00fclt und das Deck war immer sauber, ohne das es je geschrubbt worden w\u00e4re. Im Sonnensegel sammelte sich dabei so viel Wasser, dass man sich damit problemlos die Haare waschen konnte.<\/p>\n<p>Seit wir Ende Februar von St. Martin in Richtung Westen losgesegelt sind hat es kaum mehr geregnet. Puerto Rico haben wir s\u00fcdlich umrundet. Die H\u00fcgel und Berge an denen wir vorbeigefahren sind waren braun und trocken. Nun sind wir auf der Westseite der Insel. Hier ist es gr\u00fcner, denn \u00fcber den hohen Bergen kann die Feuchtigkeit in der Passatstr\u00f6mung kondensieren. Wenn diese Wolken langsam aufs Meer driften, bringen sie Regen an die K\u00fcste, so wie heute.<\/p>\n<figure id=\"attachment_528\" aria-describedby=\"caption-attachment-528\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0659.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-528\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0659.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0659.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0659-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0659-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0659-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-528\" class=\"wp-caption-text\">Pelikanfr\u00fchst\u00fcck in Puerto Real<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Skipper braut sich einen Kaffee und setzt sich dann unter die Sprayhood. Es wird langsam hell. Die Pelikane sind Fr\u00fchaufsteher und haben mit ihrer Morgenmahlzeit begonnen. Auf einer vor Anker liegenden Motoryacht haben sie ihren Ansitz aufgeschlagen. Immer wieder hebt einer von ihnen ab, dreht eine Runde \u00fcber der Bucht und st\u00fcrzt sich dann halsbrecherisch ins Wasser. Fast jedes Mal sieht man den Erfolg dieser Kunstst\u00fccke in der gro\u00dfen Tasche unter dem Schnabel zappeln. Dann gibt&#8217;s eine kurze Fresspause und das Spiel beginnt erneut. Wie die Pelikane die Fische aus der Luft finden bleibt ein R\u00e4tsel, denn das Wasser ist br\u00e4unlich tr\u00fcbe. Das liegt zum einen an den Mangroven, die das Ufer der Bucht bilden, aber sicher auch am kleinen Ort Puerto Real, wo man die Regeln von Marpol nicht kennt oder nicht ernst nimmt.<\/p>\n<p>Die Kulisse ist trotzdem idyllisch. Die kleinen bunten H\u00e4uschen am Ufer haben allesamt eine Terasse am Wasser. Wer findet da Ansto\u00df, wenn mal eine Salatsch\u00fcssel ins Wasser f\u00e4llt und \u00fcber die Bucht treibt, oder wenn das Sp\u00fclwasser oder sonstiges noch weniger appetitliches im Meer landet? Die Fische und die Pelikane scheint es nicht zu st\u00f6ren und die Anwohner dieser wundersch\u00f6nen Bucht ebenso wenig, denn man sieht sie auch in der tr\u00fcben Br\u00fche fischen. Uns allerdings verdirbt die Wasserqualit\u00e4t den Badespa\u00df.<\/p>\n<figure id=\"attachment_531\" aria-describedby=\"caption-attachment-531\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0593.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-531 size-full\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0593.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0593.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0593-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0593-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0593-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-531\" class=\"wp-caption-text\">Mangrovenidylle in der Bucht von Guanica<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der ist allerdings in den letzten Tagen nicht zu kurz gekommen, denn an unseren letzten Ankerpl\u00e4tzen hatten wir kristallklares, t\u00fcrkises Karibikwasser. Von Ponce aus waren wir gem\u00fctlich 15 Meilen bis Guanica an der K\u00fcste entlang gesegelt und hatten uns dann tief drin in der Buch hinter den Cayos de Cana Gorda vor Anker gelegt. Eine dieser Inseln ist auch unter dem Namen Guilligan\u00b4s Island bekannt. Von einem kleinen Restaurant verkehrt eine F\u00e4hre regelm\u00e4\u00dfig und bringt tags\u00fcber Badeg\u00e4ste. Abends herrscht tiefe Ruhe, abgesehen von der Brandung die vom Mar Caraibe gegen die Au\u00dfsenseite der Insel l\u00e4uft.<\/p>\n<figure id=\"attachment_530\" aria-describedby=\"caption-attachment-530\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0611.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-530\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0611.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0611.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0611-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0611-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0611-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-530\" class=\"wp-caption-text\">Guilligan\u00b4s Island<\/figcaption><\/figure>\n<p>Weiter westlich waren wir zum Ort Parguera gefahren. Dort liegen eine Unzahl von kleinen Mangroveninseln hinter zwei Reihen Korallenriffen und schaffen eine riesige ruhige Wasserlandschaft voller Charme. Am ersten Abend lagen wir direkt vor dem kleinen Ort, der offensichtlich ein beliebtes Ausflugsziel in der Umgebung ist. Es gibt dort mehrere Bootsvermieter und man kann Touren mit Kayaks in die benachbarte Bahia Fosforescente buchen. Allerdings rauschen bis sp\u00e4t in die Nacht die Motorboote mit hohem Speed zwischen den Inselchen hindurch und produzieren L\u00e4rm, Schwell und Gestank. Deshalb waren wir nach der ersten Nacht etwas weiter weg vom Ort hinter eines der Korallenriffe umgezogen und hatten uns hinter Cayos La Gata vor Anker gelegt. Den Weg dorthin hatten wir mit viel Vorsicht und sehr langsam zur\u00fcckgelegt, denn die Tiefenangaben in der Karte sind wenig zuverl\u00e4ssig zwischen diesen Inselchen. Diese Vorsicht fanden wir am Nachmittag best\u00e4tigt, denn eine gr\u00f6\u00dfere Badegesellschaft musste ihre Motoryacht von einer Untiefe schieben, auf die sie mit ordentlich Speed gefahren war. Dabei gab es fast noch einen Seenotfall, denn kaum war das Boot in tieferes Wasser gelangt stellte sich heraus, dass zwei Damen gar nicht schwimmen konnten und Hals-\u00fcber-Kopf gerettet werden mussten. In Puerto Rico scheinen solche Ereignisse dem Alltag anzugeh\u00f6ren, denn in jedem Hafen findet man &#8222;SeaTow&#8220;, eine kommerzielle Bergungsgesellschaft f\u00fcr Sportboote, die gegen einen stattlichen Obulus Freizeitskipper aus mi\u00dflichen Lagen befreit. Die Coast Guard wird in solchen F\u00e4llen wahrscheinlich nicht t\u00e4tig: Auf UKW h\u00f6ren wir wie die Coast Guard per PAN PAN Hilfe anfordert f\u00fcr eine gekenterte Yacht vor St. Croix: &#8222;30 &#8211; 40 Foot boat capsized 4 nautical miles north of Christansted. People are in the water. Vessels in the vicinity are requested to assist.&#8220; Wir waren da mehr als 100 Meilen entfernt und konnten nicht helfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Parguera w\u00e4ren wir gerne noch geblieben. Aber von Norden n\u00e4hert sich eine weitere Kaltfront, die kr\u00e4ftige NE Winde und n\u00f6rdlichen Schwell bringen soll. Da denken wir es w\u00fcrde entspannter sein das ruhige Wetter zu nutzen um zu unserem Absprungspunkt in Richtung DomRep zu gelangen. Dieser Ort ist Puerto Real mit seiner kleinen Marina, in der wir das Boot sicher zur\u00fccklassen k\u00f6nnen. Wir haben n\u00e4mlich noch ein paar Tage Zeit und die wollen wir f\u00fcr ein paar Ausfl\u00fcge ins Hinterland n\u00fctzen. Und wir wollen noch Diesel und Wasser bunkern, denn wie gut die Versorgungsm\u00f6glichkeiten in der DomRep sind, k\u00f6nnen wir nicht einsch\u00e4tzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Abend hat die Crew der Zora die letzte Flasche Rotwein an Bord gek\u00f6pft und ist dann in einen tiefen ruhigen Schlaf gefallen. Es war auch mal nicht so warm unter Deck, gerade mal 27 Grad. 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