{"id":512,"date":"2018-03-16T21:20:46","date_gmt":"2018-03-16T21:20:46","guid":{"rendered":"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=512"},"modified":"2018-03-16T21:21:06","modified_gmt":"2018-03-16T21:21:06","slug":"isla-del-encanto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=512","title":{"rendered":"Isla del&#8216; Encanto"},"content":{"rendered":"<p>Von St. Thomas, US Virgin Island nach Culebra, Puerto Rico, sind es 20 Meilen. Vor guten 4 bis 5 Beaufort aus SE schaukeln wir hin\u00fcber zu den &#8222;Spanish Virgins&#8220;, dem Teil dieser Inseln, die noch von der alten Spanischen Kolonialtradition gepr\u00e4gt sind, obwohl sie jetzt auch politisch zu den Vereinigten Staaten geh\u00f6ren.<br \/>\nIm Licht des sp\u00e4ten Nachmittags runden wir das Arrecife Culebrita und laufen in die Ensenada Honda ein. Die Bucht ist auf drei Seiten von der Insel umschlossen und nach S\u00fcden hervorragend durch ein Korallenriff gesch\u00fctzt. Wenige hundert Meter vor dem Town Dock f\u00e4llt unser bew\u00e4hrter Spade ins etwas tr\u00fcbe Wasser. Dann<br \/>\nkehrt nach dem Geschaukel auf dem immer noch beachtlichen n\u00f6rdlichen Schwell vollkommene Ruhe ein. Der Wind aus SE kr\u00e4uselt ein wenig das Wasser, am Ufer reiht sich ein buntes H\u00e4uschen mit Anleger an das n\u00e4chste und \u00fcber einen kleinen Kanal spannt sich eine altert\u00fcmliche Hebebr\u00fccke. Ausser uns liegt noch ein Franzose, ein D\u00e4ne und ein Norweger hier. Alles andere sind &#8222;Locals&#8220;, welch ein Kontrast zum gesch\u00e4ftigen Charlotte Amalie und zu den Ankerbuchten auf den \u00f6stlicheren Inseln. Ausserdem ist hier kaum etwas von den Hurricane-Sch\u00e4den zu sehen. Das ist wohltuend nach Wochen Katastrophen-Kulisse.<\/p>\n<figure id=\"attachment_518\" aria-describedby=\"caption-attachment-518\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0503.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-518\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0503.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0503.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0503-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0503-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0503-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-518\" class=\"wp-caption-text\">Isla del\u00b4Encanto<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Crew will sofort an Land, aber der Skipper ist ausgepowert nach einem langen hei\u00dfen Tag und leistet passiven Widerstand indem er sich mit einem k\u00fchlen Bier im Cockpit verschanzt. Der Landgang muss also bis zum n\u00e4chsten Tag warten. Langsam senkt sich der Abend und die Nacht \u00fcber die Ensenada Honda und l\u00e4sst eine zauberhafte Kulisse entstehen \u00fcberspannt von einem wundervollen Sternenhimmel. Das ist ein passender Einstand f\u00fcr die Isla del\u00b4Encanto, die verzauberte Insel, wie es hier auf jedem Nummerschild hei\u00dft.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen steht wieder Einklarieren auf dem Programm. Zwar geh\u00f6ren sowohl St. Thomas als auch Culebra zu den USA, aber uns wurde schon in Charlotte Amalie erkl\u00e4rt, dass wir zwar jetzt in die USA eingereist seien, unseren &#8222;Cruising Permit&#8220; f\u00fcr die Vereinigten Staaten bek\u00e4men wir aber erst in Puerto Rico. Auf Culebra muss man das am Flughafen erledigen, der etwa zwei Kilometer vom Town Dock entfernt ist. Wir wandern an der Hauptstra\u00dfe entlang und werden freundlich von den Vorbeifahrenden gegr\u00fc\u00dft. Der Flughafen ist zwar winzig hat aber ein gro\u00dfes B\u00fcro der Homeland Security. Der Officer ist zun\u00e4chst genervt weil wir uns nicht schon am Abend telefonisch gemeldet hatten, wird dann aber zunehmend freundlicher und nach etwa einer halben Stunde Papierkrieg erteilt er der Zora ein Crusing Permit, das f\u00fcr ein Jahr g\u00fcltig ist, entschuldigt sich aber daf\u00fcr, dass er 35 Dollar kassieren muss. &#8222;It\u00b4s for the boss. He needs the money. He is crazy! But he is the boss.&#8220; Er zeigt dabei auf Donald Trump an der Wand, der mit bekannt grimmigem Blick aus seinem Bilderrahmen auf uns herunter schaut.<\/p>\n<p>Mit diesem wertvollen Dokument im Gep\u00e4ck und somit voll und ganz im Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten legitimiert wandern wir wieder zur\u00fcck in den Ort auf der Suche nach einem Fr\u00fchst\u00fcck. Leider finden wir das im &#8222;Pavlidis&#8220; angepriesene Cafe Rosita nicht und nehmen mit einer ziemlich sch\u00e4bigen Bude vorlieb, in die der Hunger uns hineintreibt. Leider treibt uns der Ekel kurz darauf wieder heraus, denn in einem unserer Pancakes findet sich eine Fliege. Dieser Schreck ist rasch vergessen, nachdem wir einmal auf die Westseite der Insel gewandert sind, wo wir eine traumhafte kleine Bucht mit Sandstrand und Korallenriff vorfinden. Hinter dem Riff hat das Wasser beinahe Badewannentemperatur. Wir sitzen einfach nur im warmen Wasser und lassen den Tag verstreichen. Der klingt aus in &#8222;Mamacita\u00b4s&#8220; direkt am kleinen Kanal, wo es k\u00f6stlichen Fisch zu essen gibt und riesige Fische zu bestaunen, die im Schein der Lampen direkt vor der Terasse am kleinen Kanal herumschwimmen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_513\" aria-describedby=\"caption-attachment-513\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0472.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-513\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0472.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0472.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0472-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0472-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0472-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-513\" class=\"wp-caption-text\">Chillen am Strand von Culebra<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen gibt es lange Diskussionen an Bord \u00fcber die weitere Route. Am bevorstehenden Wochenende soll der Wind mal wieder ordentlich zulegen und der Skipper denkt, dass die Crew dann vielleicht nicht segeln will. Er m\u00f6chte gerne nach Viequez und dort das Wochenende verbringen. Viequez ist die zweite gro\u00dfe Insel der Spanish Virgins, wo es eine Bucht mit Meeresleuchten geben soll. Die Crew will das nicht, denn um nach Viequez zu gelangen m\u00fcssen wir gegen den SE ankreuzen und ausserdem ein Gebiet der Navy queren. \u00dcber dieses haben wir widerspr\u00fcchliche Infos. Wir haben drei unterschiedliche Karten an Bord, zwei elektronische und eine aus Papier. In jeder dieser Karten ist etwas anderes vermerkt! Das Buch von Pavlidis als vierte Quelle ignoriert das Problem v\u00f6llig. Schlie\u00dflich einigen wir uns darauf direkt zur Hauptinsel Puerto Rico weiter zu segeln und dort in der Marina Puerto del Rey nach Wochen mal wieder ordentlich zu duschen! Wenige Stunden sp\u00e4ter sind wir dort fest zwischen einer Unzahl riesiger Motoryachten und werden von einem kleinen Golfcart zum B\u00fcro gefahren damit wir die wenigen hundert Meter nicht zu Fu\u00df gehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In PDR, wie hier alle die Marina nennen, gibt\u00b4s f\u00fcr uns WWW, was nicht f\u00fcr World-Wide Web sondern f\u00fcr Warm Water und Wireless steht, daneben W\u00e4schewaschen und ein Auto mieten. Mit dem geht\u00b4s dann am n\u00e4chsten Tag in die Hauptstadt nach San Juan. Das Buch \u00fcber Puerto Rico hat nicht zuviel versprochen: San Juan ist eine Offenbarung und steht hinter kaum einer s\u00fcdeurop\u00e4ischen Hafenstadt zur\u00fcck: Die Stadt ist auf einer Felsinsel errichtet, die einem gro\u00dfartigen Naturhafen vorgelagert ist. Spanien hat von hier aus 300 Jahre lang seine Mittel- und S\u00fcdamerikanischen Kolonien gesch\u00fctzt und versorgt. Entsprechend wurde die Insel befestigt und gegen Franzosen, Briten, Niederl\u00e4nder und D\u00e4nen verteidigt. Ende des 19. Jahrhunderts war dann Spanien nicht mehr in der Lage sich gegen die aufstrebenden Vereinigten Staaten zu behaupten und verlor Puerto Rico im Spanish-American War. Die riesigen Festungsanlagen San Felipe del Morro und Castillo San Cristobal sowie die alten Stadtmauern sind vollst\u00e4ndig erhalten geblieben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_515\" aria-describedby=\"caption-attachment-515\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0491.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-515\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0491.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0491.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0491-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0491-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0491-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-515\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf &#8222;El Morro&#8220;, St. Juan<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die US Navy hat sie sogar noch einmal im 2. Weltkrieg genutzt um sich gegen eine eventuelle Invasion durch deutsche U Boote zu r\u00fcsten. Hinter diesen Mauern findet sich eine wundersch\u00f6n renovierte Stadt mit bunten H\u00e4usern, engen Gassen, eindrucksvollen Pal\u00e4sten und voller lateinamerikanischer Lebensart. Vor den Mauern brandet der Atlantik m\u00e4chtig gegen die Felsen. Wir wandern voll Staunen durch dieses UNESCO Weltkulturerbe.<\/p>\n<figure id=\"attachment_517\" aria-describedby=\"caption-attachment-517\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0486.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-517\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0486.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0486.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0486-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0486-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0486-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-517\" class=\"wp-caption-text\">Gasse in Old San Juan<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am Abend machen wir uns beeindruckt und bezaubert wieder auf den R\u00fcckweg in die Marina. Aus dieser Bezauberung holt uns allerdings auf der Autobahn ein Schlagloch von wahrhaft riesenhaften Ausma\u00dfen, das in der beginnenden D\u00e4mmerung nicht mehr zu vermeiden war. Vom Knall zu urteilen m\u00fcsste eigentlich die Radaufh\u00e4ngung in St\u00fccke gerissen worden sein, aber oh Wunder Japanischer Technik, wir k\u00f6nnen bei der sp\u00e4teren Inspektion keinen sichtbaren Schaden erkennen. Der Autovermieter meint sp\u00e4ter: Yeah, Puerto Rico is famous for its potholes&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von St. Thomas, US Virgin Island nach Culebra, Puerto Rico, sind es 20 Meilen. Vor guten 4 bis 5 Beaufort aus SE schaukeln wir hin\u00fcber zu den &#8222;Spanish Virgins&#8220;, dem Teil dieser Inseln, die noch von der alten Spanischen Kolonialtradition gepr\u00e4gt sind, obwohl sie jetzt auch politisch zu den Vereinigten Staaten geh\u00f6ren. 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