{"id":507,"date":"2018-03-10T11:29:19","date_gmt":"2018-03-10T11:29:19","guid":{"rendered":"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=507"},"modified":"2018-03-10T11:29:19","modified_gmt":"2018-03-10T11:29:19","slug":"oh-say-can-you-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=507","title":{"rendered":"Oh say can you see&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Die Expressf\u00e4hre braust von Tortola nach Westen. Das Schiff sieht aus wie ein Schnellboot der Marine und ist entsprechend laut. Die Maschine r\u00f6hrt und der Schiffsk\u00f6rper vibriert. Mit fast 30 kn fliegt die K\u00fcste von Tortola an uns vorbeit. Dann kommt offenes Wasser. Der im Norden \u00fcber dem Atlantik tobende Wintersturm hat m\u00e4chtig Schwell hierher geschickt. Die F\u00e4hre reduziert ein wenig die Fahrt, damit das Aufsetzen des Rumpfes die Passagiere nicht zu sehr durcheinander wirbelt. Aber es knallt und rummst m\u00e4chtig, wenn der Aluminiumrumpf in die vielleicht 3m hohen Wellen einsetzt. Auch der Schiffsf\u00fchrer scheint von dem Schauspiel beeindruckt und kommt aus dem Steuerhaus um mit seinem Handy zu filmen: Rechts und links branden die Wellen meterhoch an die Inseln. Das Wasser ist t\u00fcrkisblau wie ein Gletscherbach vom aufgewirbelten Sand. Doch das Spektakel dauert nicht lange. Dann erreicht das Boot die Durchfahrt zwischen St. John und St. Thomas und schlie\u00dflich im Lee der Inseln ist das Wasser wieder glatt. Wenig sp\u00e4ter laufen wir in Charlotte Amalie ein, der Hauptstadt von St. John und damit Teil der Vereinigten Staaten von Amerika.<br \/>\nDie Crew musste f\u00fcrs Erste die Zora auf Tortola zur\u00fccklassen um die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden zu nehmen, di<\/p>\n<figure id=\"attachment_508\" aria-describedby=\"caption-attachment-508\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0451.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-508\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0451.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0451.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0451-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0451-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSCN0451-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-508\" class=\"wp-caption-text\">Mit der F\u00e4hre ins Gelobte Land<\/figcaption><\/figure>\n<p>e das Ministerium f\u00fcr die Sicherheit der Heimat vor eine Einreise auf eigenem Kiel in die USA errichtet hat &#8211; w\u00fcrde da nicht unser neuer Bundesinnenminister vor Freude glucksen&#8230; Ja, in der Tat, w\u00e4hrend wir mit Flugzeug oder Schiff ohne Visum im gelobten Land einreisen, ben\u00f6tigt man f\u00fcr die Einreise mit dem eigenen Wasserfahrzeug ein waschechtes Besuchervisum. Letzteres kann man bei einem Konsulat der Vereinigten Staaten bekommen, also z. B. Berlin oder Frankfurt. Das geographisch n\u00e4chste zur aktuellen Position der Zora befindet sich auf Barbados. Es w\u00e4re recht aufw\u00e4ndig dorthin zu reisen. Warum das alles so ist? Darauf gibt es eine einfache aber unbefriedigende Antwort, die einem jeder in schmucke Uniform gekleidete US Amerikanische Beamte entgegenschleudern wird: &#8222;It\u00b4s the law!&#8220; Aber wie jedes Gesetz hat auch dieses ein &#8222;loophole&#8220;: Wenn man einmal mit einem \u00f6ffentlichen Transportmittel ohne Visum eingereist ist, dann bekommt man einen Stempel in den Pass, der 90 Tage G\u00fcltigkeit hat. Und mit diesem wiederum darf man in den n\u00e4chsten US-Amerikanischen Hafen segeln.<br \/>\nSchon auf Martinique war uns das Problem mit dem Visum aufgefallen und unser Shore Team in Freiburg hatte dann die L\u00f6sung mit dem Stempel heraus gegoogelt, zu dessen Umsetzung wir heute unterwegs sind. In der Praxis geht das so: 1. Irgendwo hinsegeln, wo man Internet bekommt. 2. Eine elektronische Reisegenehmigung, vulgo ESTA, einholen. 3. Tickets f\u00fcr eine \u00f6ffentliches Verkehrsmittel erwerben, das das Territorium der USA ansteuert. 4. Letzteres besteigen und unversehrt den Boden der Vereinigten Staaten betreten, ausgestattet mit einem biometrischen Pass. 5. In der unterprivilegierten Schlange f\u00fcr Nicht-Amerikaner und sonstige Fieslinge mindestens eine Stunde warten. 6. Abdr\u00fccke s\u00e4mtlicher Extremit\u00e4ten abliefern und sich ablichten lassen sowie allerlei irrelevante Fragen beantworten. 7. Mit dem Stempel im Pass gleich wieder den R\u00fcckweg antreten.<br \/>\nBei der Umsetzung dieser Vorschrift befinden wir uns jetzt gerade, allerdings im zweiten Versuch. Denn beim ersten war aus unerfindlichen Gr\u00fcnden Gesas ESTA Antrag nicht durchgegangen und die Mitteilung dar\u00fcber war im SPAM Ordner verschwunden, was dann zu einer nutzlosen Taxifahrt f\u00fcr lockere 56 Taler (i.e. Dollar) gef\u00fchrt hatte. Aber zur\u00fcck zum Kern des Geschehens:<br \/>\nNach den v\u00f6llig zerst\u00f6rten Britischen Jungferninseln wirkt St. Thomas wie eine heile Welt. Zwar haben auch hier die beiden Ladies from Hell, Irma und Maria, gew\u00fctet. Aber entweder die Amis haben schon alles in unnachahmlicher Effizienz und Gesch\u00e4ftigkeit wieder aufgebaut oder die Sch\u00e4den waren viel weniger schwer, vielleicht beides. Auch das Ambiente ist hier ganz anders: Im Hafen liegen drei Kreuzfahrer, zwei von der Britischen und einer von der Franz\u00f6sischen Variante. An der Strandpromenade braust der Autoverkehr. Wir betreten mit etwas bangem Herzen das Empfangsgeb\u00e4ude der Homeland Security und reihen uns brav in die Schlange der Wartenden. Nach der obligatorischen Stunde werden wir mit dem Ritterschlag der Einreisebeh\u00f6rde belohnt: &#8222;You did the right thing!&#8220;.<br \/>\nEigentlich k\u00f6nnten wir jetzt gleich wieder zur\u00fcck nach Tortola, aber die n\u00e4chste F\u00e4hre geht erst wieder in 4 Stunden und die verbringen wir mit einem Stadtbummel: Direkt am Hafen liegt das alte D\u00e4nische Fort aus dem 17. Jahrhundert. Die Besichtigung des alten Gem\u00e4uers gegen 10 Taler ist nicht sehr eindrucksvoll, aber allemal netter als das Spie\u00dfrutenlaufen durch die Mainstreet, wo sich ein Juwelier an den anderen reit. Hier werden die Schiffstouristen (nicht die Segler) abgefischt. Denn St. John ist zollfrei! Wir finden das Spektakel widerlich und verdr\u00fccken uns in eine Seitengasse, wo man die Bebauung mit Lagerschuppen aus D\u00e4nischer Zeit noch erahnen kann und man im Schatten ein Carib gegen 5 Taler bekommt. P\u00fcnktlich um 14:30 donnern wir dann wieder mit der F\u00e4hre zur\u00fcck nach Road Town und mit dem Taxi f\u00fcr 28 Taler ans Westende der Insel, wo Zora wohlbehalten um ihre Ankerkettekette schwojt.<br \/>\nAm Abend geben wir dann unsere Abenteuer beim gem\u00fctlichen Bier an unsere Ankerfreundschaften wieder: Ian und Manuelle aus London von der Mister X und Pouwel und Marji aus den Niederlanden von der Gwelan. Letztere eine Victoire 1200 aus der Feder von Meister Koopmans. Die \u00c4hnlichkeiten zur Zora sind unverkennbar!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Expressf\u00e4hre braust von Tortola nach Westen. Das Schiff sieht aus wie ein Schnellboot der Marine und ist entsprechend laut. Die Maschine r\u00f6hrt und der Schiffsk\u00f6rper vibriert. Mit fast 30 kn fliegt die K\u00fcste von Tortola an uns vorbeit. Dann kommt offenes Wasser. 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