{"id":240,"date":"2017-10-30T21:15:33","date_gmt":"2017-10-30T21:15:33","guid":{"rendered":"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=240"},"modified":"2017-10-31T08:08:23","modified_gmt":"2017-10-31T08:08:23","slug":"the-hitchhikers-guide-to-the-atlantic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=240","title":{"rendered":"The Hitchhiker&#8217;s Guide to the Atlantic"},"content":{"rendered":"<p>Freitag, 29. September<\/p>\n<p>Obwohl wir direkt an der Promenade Funchals liegen, ist es nachts relativ ruhig. So schlafen einige an Deck. Unter Deck ist es auch in der Nacht so hei\u00df, dass man es eigentlich dort nicht aushalten kann. Drau\u00dfen zieht wenigstens ein leichter Luftzug.<\/p>\n<p>Doch vorher kehren wir in einer Bar ein und testen uns durch die lokalen Weine. Wir sind schlichtweg begeistert und bekommen sogar eine kleine Lektion in Portugiesisch. Jetzt k\u00f6nnen wir uns richtig bedanken! Da wir zum einen Alkohol nicht unbedingt mehr gewohnt sind und der Wein st\u00e4rker ist als der heimische merken wir diesen recht schnell. Das hilft jedoch gut beim Einschlafen.<\/p>\n<p>Samstag, 30. September<\/p>\n<p>Erster Punkt der Agenda heute: Ein Auto besorgen. Das ist nat\u00fcrlich Chefsache. Der Rest macht klarschiff. Mit dem Auto k\u00f6nnen wir dann unsere Vorr\u00e4te im Hipermercado auff\u00fcllen (Super scheint nicht zu reichen). Der einkaufserfahrene Teil der Crew st\u00f6bert sich zu durch die Regale und r\u00e4umt leer was er kriegen kann. Der andere Teil schleppt schon mal die 69l Wasser und den Einkauf eines schwedischen Ehepaars, welches uns auf Porto Santo den Schl\u00fcssel zur Dusche geborgt hatte und nun zuf\u00e4llig an der Kasse vor uns steht, zum Auto. Man hilft sich halt untereinander.<\/p>\n<figure id=\"attachment_241\" aria-describedby=\"caption-attachment-241\" style=\"width: 5344px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20170930_13_09_20_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-241 size-full\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20170930_13_09_20_Pro.jpg\" alt=\"\" width=\"5344\" height=\"3008\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20170930_13_09_20_Pro.jpg 5344w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20170930_13_09_20_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20170930_13_09_20_Pro-768x432.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20170930_13_09_20_Pro-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 5344px) 100vw, 5344px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-241\" class=\"wp-caption-text\">Gro\u00dfeinkauf in Funchal<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zur\u00fcck im Hafen werden die Eink\u00e4ufe verstaut. Doch Tobias mahnt, blo\u00df keine Pappkartons an Bord, sonst wimmelt es bald nur so vor Kakerlaken. Dann wollen wir was von der Insel sehen. Nicht weit von uns sollen zwei tolle Wanderwege an den Levadas (Wassertransportsystem) sein. Die Busfahrt bergauf allein ist schon sehr abenteuerlich. Enge Kurven und steile H\u00e4nge scheinen kein Problem f\u00fcr den Busfahrer zu sein hier z\u00fcgig durch zu fahren. Ob man allerdings hier zu Fu\u00df hoch gehen m\u00f6chte wollen lieber nicht ausprobieren. Ja nur leider wurde Madeira letztes Jahr von einem Waldbrand heimgesucht und der Zugang zu den Wanderwegen ist gesperrt. Aber kann uns ein Warnschild aufhalten? Nein, aber ein mutiger Vorsto\u00df von Juri und Tobias hinter die Absperrung wird umgehend vom Seilbahnf\u00fchrer unterbunden. Anscheinend ist das wirklich nicht nur eine Vorsichtsma\u00dfnahme, sondern der ganze Hang ist abgerutscht. Unsere einzige Alternative ist wieder den Berg runter und dann auf den anderen Seite des Tales wieder hoch. Erst laufen wir noch durch eine Wohngegend aber dann geht es vorbei an Bananenplantagen und vielen kleinen Nutzg\u00e4rten. Dabei werden Rahels gierige Blicke auf die Bananen von den Einheimischen sehr wohl bemerkt. Der Anstieg wieder hoch f\u00fchrt auf einer schnurgeraden nicht enden wollenden mega steilen Stra\u00dfe entlang. Diese Anstrengung nicht genug: Aus jeder Toreinfahrt werden wir mehr oder weniger unfreundlich von den lokalen Hunden begr\u00fc\u00dft. Die Sonne und die Ersch\u00f6pfung verleiten einige von uns dazu, auf \u00e4hnliche Art und Weise zur\u00fcck zu bellen. Kurz vor dem Ende scheinen wir in eine gef\u00e4hrliche Gegend zu kommen. Ein kleiner Taschenhund kommt aus einer Einfahrt heraus und begleitet uns f\u00fcr eine Weile bergauf. Seine Streetcredibility scheint uns vor schlimmeren zu bewahren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_245\" aria-describedby=\"caption-attachment-245\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5017.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-245 size-full\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5017.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5017.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5017-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5017-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5017-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-245\" class=\"wp-caption-text\">Exotische Blumenzwiebeln<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dann kommen wir endlich an der Levada an. Und es wird wieder eben und k\u00fchl. Dieses ausgekl\u00fcgelte System versorgt den trockenen S\u00fcden mit dem Regenwasser aus dem Norden und den Bergen. Mitten durchs Gr\u00fcne wandern wir nach Osten. Auf dem Weg finden wir pl\u00f6tzlich einen kleinen markt\u00e4hnlichen Stand, jedoch ohne Personal, nur einer kleinen Kiste, wo man etwas Geld einwerfen kann. Es werden alle m\u00f6glichen heimischen Pflanzenzwiebeln angeboten. Nat\u00fcrlich kann unser touristische Herz nicht widerstehen. Dort bekommen wir auf einmal Gesellschaft. Eine H\u00fcndin hat uns sofort ins Herz geschlossen oder zu mindestens l\u00e4sst sie es uns glauben. In dem Fall gibt es Streicheleinheiten. Am liebsten w\u00fcrde wir sie mit nehmen. Urpl\u00f6tzlich sind noch mehr Hunde da und zwischenzeitlich folgen uns mehr als f\u00fcnf Tiere. Doch diese scheinen weniger an uns interessiert, sondern mehr an der H\u00fcndin, die wohl l\u00e4ufig ist. Doch wie es h\u00e4ufig bei solchen Reisegemeinschaften ist, trennen sich auch unsere Wege.<\/p>\n<p>Der Tag war eigentlich perfekt, aber kurz vor Schluss gibt Juris rechtes Knie nach, eine alte \u201eKriegsverletzung\u201c macht sich wieder bemerkbar. Hoffentlich wird er bis morgen wieder fit.<\/p>\n<p>Weil Rahel und ich irgendwie noch nicht gen\u00fcgend Energie los geworden sind, gehen wir noch entlang der Promenade laufen.<\/p>\n<p>Sonntag, 1. Oktober 2017<\/p>\n<p>Leider hat sich Juris Knie \u00fcber Nacht nicht erholt. Und so trennt sich die Gruppe f\u00fcr heute. Juri bleibt beim Schiff, geht schwimmen, trifft Johannes und liest (immer noch schwer vorstellbar). Tobias ab heute \u201eEl Capitano\u201c und seine zwei Sherpas fahren zun\u00e4chst auf den Pico Areeiro, dem zweit h\u00f6chstens Berg Madeiras. Der Weg f\u00fchrt uns \u00fcber die Wolkendecke und zum Erstaunen aller ist es angenehm warm auf 1.800m. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie hei\u00df es unten auf Meeresh\u00f6he sein muss. Die Wanderung f\u00fchrt durch ein stetiges Auf- und Ab \u00fcber Steinwege und -treppen zur Spitze Madeiras, dem Pico Ruivo. Landschaftlich sehr abwechslungsreich ist die Strecke sch\u00f6n ausgebaut, sodass quasi-Norwegerin Rahel die Wanderguide-Autoren kritisiert: \u201eDas soll schwer sein? In Norwegen w\u00e4re das einfach.\u201c Einige Touristen, die wir unterwegs treffen, scheinen nicht unbedingt diese Meinung zu teilen. Am Gipfel angekommen stellen wir fest, dass der Startpunkt in Luftlinie zum Greifen nahe ist. Ob wir direkt \u00fcber den Kamm gehen sollen? Wir wollen dann die anderen Touristen nicht zu Dummheiten verleiten und gehen den zivilisierten Weg zur\u00fcck. \u201eDer R\u00fcckweg ist einfach noch mal spektakul\u00e4rer.\u201c, stellt El Capitano fest. Wie Recht er hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_247\" aria-describedby=\"caption-attachment-247\" style=\"width: 5344px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171001_11_06_55_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-247\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171001_11_06_55_Pro.jpg\" alt=\"\" width=\"5344\" height=\"3008\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171001_11_06_55_Pro.jpg 5344w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171001_11_06_55_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171001_11_06_55_Pro-768x432.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171001_11_06_55_Pro-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 5344px) 100vw, 5344px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-247\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem Weg zum Pico Ruivo<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zur\u00fcck beim Boot verw\u00f6hnt Juri uns mit Essen, w\u00e4hrend Rahel und ich beginnen die Zora auf der Kaimauer zu verewigen, aber Rotwein verhindert, dass wir mehr als die Grundierung schaffen.<\/p>\n<p>Montag, 2. Oktober 2017<\/p>\n<p>Heute sollte ein sehr ereignisreicher Tag werden. Als erstes gehen wir auf den Markt, um uns noch ein wenig mit Verpflegung einzudecken. Und dann schnell los ins Auto, denn wenn wir heute noch los segeln wollen, m\u00fcssen wir das Auto bis 18:00 zur\u00fcck geben. Heute wollen wir eine Wanderung auf der Nordseite machen. Doch wenige Meter vorm Ziel ist die Stra\u00dfe gesperrt. Irgendwie kennen wir das ja schon. Es w\u00fcrde jetzt zu lange dauern zur n\u00e4chsten Tour zu fahren und so beschlie\u00dfen wir einfach mal mit dem Auto um die Insel zu fahren, was sich auf jeden Fall auch sehr gelohnt hat. Man k\u00f6nnte glauben Nord- und S\u00fcdspitze sind zwei verschiedene Inseln. Der n\u00f6rdliche Teil ist viel feuchter und hier scheint alles zu wachsen. Aber auch die Steilk\u00fcste, wo der Atlantikschwell zerbricht ist ziemlich beeindruckend. Wir schaffen es dann so p\u00fcnktlich zur\u00fcck, dass wir dann sicherheitshalber noch mehr Wasser kaufen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_248\" aria-describedby=\"caption-attachment-248\" style=\"width: 5344px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171002_14_12_16_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-248\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171002_14_12_16_Pro.jpg\" alt=\"\" width=\"5344\" height=\"3008\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171002_14_12_16_Pro.jpg 5344w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171002_14_12_16_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171002_14_12_16_Pro-768x432.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171002_14_12_16_Pro-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 5344px) 100vw, 5344px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-248\" class=\"wp-caption-text\">Madeira Nordk\u00fcste<\/figcaption><\/figure>\n<p>An Bord f\u00e4llt uns auf: wir wollten noch Schlauchboot und Gennaker flicken. Beides schnell erledigt. Ach ja und so viel Spiritus hatten wir dann auch nicht mehr. Tobias findet dann noch einen Supermarkt, der dann doch noch Spiritus hat, und Rahel und ich setzen uns an das Graffito an der Hafenmauer. Nachdem dieses dann auch fertig wurde und wir gegessen hatten, sind wir fertig zur Abfahrt. Schnell durch gez\u00e4hlt: alle f\u00fcnf da. Vier Personen und einer ist Kapit\u00e4n macht doch f\u00fcnf. Ach ne, das war bei Jim Knopf. In der Tat haben wir einen Gast f\u00fcr die letzte Etappe dieser Crew und nein es ist leider nicht der knuffige Hund, sondern Johannes. Juri hatte ihn zuvor im Hafen getroffen, da dieser auf der Suche nach einer Gelegenheit war m\u00f6glichst umsonst auf die Kanaren zu kommen. Er war schon einige Wochen auf Madeira und lebte dort haupts\u00e4chlich von dem, was die B\u00e4ume der Insel her gaben. Wir haben beschlossen ihn nach Teneriffa mit trampen zu lassen. Keine Segelerfahrung, 20-25kn angesagt und gleich in der Nacht los. Warum nicht?<\/p>\n<figure id=\"attachment_255\" aria-describedby=\"caption-attachment-255\" style=\"width: 4272px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/MG_3483.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-255\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/MG_3483.jpg\" alt=\"\" width=\"4272\" height=\"2848\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/MG_3483.jpg 4272w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/MG_3483-300x200.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/MG_3483-768x512.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/MG_3483-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4272px) 100vw, 4272px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-255\" class=\"wp-caption-text\">Zora auf der Hafenmauer in Funchal<\/figcaption><\/figure>\n<p>Um circa halb elf verlassen wir Madeira. Ablegen klappt super und wir freuen uns wieder zu segeln. In T-Shirt und kurzer Hose setzen wir Gro\u00df und Kl\u00fcver. Damit arbeiten wir uns bei halbem Wind aus dem Windsystem der Insel. Aber eigentlich erwarten wir anderen Wind und vor allem viel mehr. Und wie h\u00e4ufig es dann so ist, wenn man sich gerade damit abgefunden hat, dass nichts mehr passiert, fahren wir in die \u201eacceleration zone\u201c und wie als habe jemand den Schalter umgelegt, kommt der Wind aus der anderen Richtung mit Rums! Tobias und Rahel rufen Juri an Deck zum reffen, als ich versuche mich in der Koje wieder an das Schaukeln zu gew\u00f6hnen und ein bisschen Schlaf zu bekommen. Noch ist alles entspannt und ich denke mir, das schaffen die locker zu dritt. Kein Grund sich hier zu bewegen. Doch dann wird aus Gro\u00df reffen, irgendwas mit Kl\u00fcver hat sich gel\u00f6st. Auch das beunruhigt mich noch nicht, aber ich steh mal zur Sicherheit mit auf. Wahrscheinlich hat mal wieder jemand vergessen den Achtknoten ans Ende der Schot zu machen und diese ist ausgerauscht. Als ich aus der Koje bin, ist der Kl\u00fcver weg. Jetzt beeilen wir uns an Deck zu kommen. Uff, er h\u00e4ngt noch an beiden Schoten, wird jedoch von der Zora hinterher gezogen. Juri fasst es sp\u00e4ter so zusammen: \u201eTobias hat mich hoch gerufen und rief: &#8218;Juri zieh die Schot dich.&#8216; Welche Schot dachte ich und was ist \u00fcberhaupt los. Dann landete auch schon der Kl\u00fcver im Wasser. Ah die Schot!\u201c Sehr unaufgeregt und souver\u00e4n holen wir den Kl\u00fcver wieder ein. Zum Gl\u00fcck ist der Mond heute so hell. Ich stehe unter Deck und kann keinen Schaden am Segel entdecken, w\u00e4hrend ich die Massen, die Tobias und Juri wieder an Deck zerren, ins sichere bringe. Was kann denn \u00fcberhaupt passiert sein? Sp\u00e4ter vermuten wir, dass erst der Sch\u00e4kel am Hals aufgeflogen ist, sich dann der Kl\u00fcver aus der Nut gel\u00f6st hat und dann der Sch\u00e4kel am Top auch den Dienst verweigert hat. Tja, das wird schwierig Johannes zu erkl\u00e4ren, alles ist noch total normal. Ob er wohl gedacht hat, sein letztes St\u00fcndlein hat geschlagen? Wir werden es nicht erfahren. Das Reff kriegen Tobias und ich schnell rein und Juri und der Skipper setzen die Fock gleich hinter her. Mir ist doch etwas \u00fcbel geworden, als ich die Fock aus dem Vorschiff geholt habe. Wir hatten ja nicht geplant sie zu verwenden. Die Zora braust sofort wieder los auch ohne Kl\u00fcver. Mit immer \u00fcber 6kn, denkt keiner an Umdrehen.<\/p>\n<p>Unser Wachplan kommt am n\u00e4chsten Tag zwar kr\u00e4ftig durcheinander, aber man muss ja nur Kurs und Umgebung checken. Diego\/Hugo sind halt die besten an der Pinne. Die Nacht hat einen aber schon etwas mitgenommen. Juri und Wellen funktionieren nur zusammen, wenn der eine die andere absurft. Das Geschaukel bringt jedoch einige Juris bester Seiten zu Tage. Und nein ich meine nicht damit das Gekotze, sondern den Humor, den er dabei entwickelt. \u201eSo, mittlerweile habe ich eine positive Bilanz von zwei Tuc-Keksen.\u201c F\u00fcr alle besorgten, die Bilanz wurde unter anderem durch Nudeln sp\u00e4ter verbessert. Also teilen Rahel, Tobias und ich uns nach gut D\u00fcnken die Wachen ein. Und Johannes? Nun Segeln wird jetzt nicht unbedingt seine Lieblingsreiseart, aber die Welle l\u00e4sst ihn absolut kalt und das obwohl er die meiste Zeit unter Deck bleibt. Wir sind schon beeindruckt.<\/p>\n<p>Ansonsten passiert nicht viel. Wir rauschen unaufenthaltsam den Ilhas Selvagens entgegen, sodass wir zu fr\u00fch mitten in der Nacht ankommen. Um halb neun UTC+1 sind es noch 35nm. Wir planen bei zu drehen und dann einfach zu warten oder sollte das nicht klappen einfach direkt nach Teneriffa zu segeln. Im Laufe des Tages kommt noch ein weiterer Schaden hinzu. Ein Bolzen im Baumniederholer ist auch weg. Aber noch kein Grund zur Besorgnis. Insgesamt ist die Welle jetzt h\u00f6her und l\u00e4nger und viel wichtiger, sie kommt nur noch aus einer Richtung, was es jetzt viel angenehmer macht. Juri wirkt auch l\u00e4ngst schon nicht mehr so blass. Wir sind dann doch in der Nacht schon fr\u00fcher bei gedreht und treiben genau aufs Ziel. So k\u00f6nnen wir es abpassen, dass wir genau bei Tageslicht auf Selvagem Grande ankommen.<\/p>\n<p>Mittwoch, 4. Oktober 2017<\/p>\n<p>Um knapp halb acht werde ich von Tobias geweckt. Wir fahren gerade auf der Ostseite der gr\u00f6\u00dften der drei Inseln entlang. Wir m\u00fcssen einmal auf die S\u00fcdseite und k\u00f6nnen dann durch eine schmale L\u00fccke zwischen Felsen in eine Bucht fahren. Der neue Anker h\u00e4lt fantastisch und Juri und ich m\u00fcssen nicht noch einmal unsere boat recovery skills unter Beweis stellen. Woran man erkennt, dass Seekranke wieder ganz die alten sind. Sie haben Hunger und das ist bei Juri eindeutig der Fall. Also erstmal fr\u00fchst\u00fccken. Da hat keiner was dagegen. Wir paddeln einmal an Land und der freundliche Park Ranger sagt um 16:00 g\u00e4be er uns eine Tour. Wir nutzen die Zeit f\u00fcr Reparaturen. Der Ersatzkl\u00fcver ist im Nu drin und wir gehen baden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_252\" aria-describedby=\"caption-attachment-252\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5055.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-252\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5055.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5055.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5055-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5055-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5055-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-252\" class=\"wp-caption-text\">Reparatur am Rigg<\/figcaption><\/figure>\n<p>P\u00fcnktlich um vier stehen wir auf der Sliprampe und Balu der Hund des Rangers beschnuppert ausgiebig unsere Schuhe. Die Polizei kontrolliert noch einmal schnell die Dokumente und dann kann die Tour beginnen. Die Insel selbst ist die reinste W\u00fcste. Allerdings voller Leben. \u00dcber 200.000 V\u00f6gel leben hier und in der Tat ist in jedem Felsschlupfloch ein Vogel zu Hause. Der Guide erz\u00e4hlt erst nach sechs Jahren kommen die V\u00f6gel das erste Mal nach dem Schl\u00fcpfen wieder auf die Insel und zwar genau zum selben Loch aus dem sie einst abgeflogen sind. Dar\u00fcber hinaus wuseln noch einige kleine Echsen \u00fcber die Insel und unter einem Stein zaubert Ranger Manuel noch einen Gecko hervor.<\/p>\n<figure id=\"attachment_250\" aria-describedby=\"caption-attachment-250\" style=\"width: 5344px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_38_21_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-250 size-full\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_38_21_Pro.jpg\" alt=\"\" width=\"5344\" height=\"3008\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_38_21_Pro.jpg 5344w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_38_21_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_38_21_Pro-768x432.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_38_21_Pro-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 5344px) 100vw, 5344px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-250\" class=\"wp-caption-text\">Einer der Bewohner von Selvagens Grande<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unterwegs zeigt er uns ein paar \u00dcberbleibsel von Besiedlungsversuchen, doch der Mangel an Frischwasser lie\u00df kein dauerhaftes Bewohnen zu. Jedoch leben seit 1971 durchgehend Park Ranger auf der Insel, welche im zwei Wochenrhythmus wechseln. Verpflegung bringt die Marine. F\u00fcr Portugal ist die Insel besonders wichtig, da sie die exklusive Handelszone deutlich erweitert und damit das so bleibt, kommt bald eine Poststation, erkl\u00e4rt Manuel. Die UN will das so.<\/p>\n<figure id=\"attachment_249\" aria-describedby=\"caption-attachment-249\" style=\"width: 5344px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_30_42_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-249\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_30_42_Pro.jpg\" alt=\"\" width=\"5344\" height=\"3008\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_30_42_Pro.jpg 5344w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_30_42_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_30_42_Pro-768x432.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WP_20171004_16_30_42_Pro-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 5344px) 100vw, 5344px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-249\" class=\"wp-caption-text\">Crew auf Selvagens Grande<\/figcaption><\/figure>\n<p>P\u00fcnktlich um acht lichten wir den Anker und wir d\u00fcmpelt langsam in Richtung Teneriffa. Wie sollte es auch anders sein kurz darauf m\u00fcssen wir die Maschine anschmei\u00dfen.<\/p>\n<p>Donnerstag, 5. Oktober 2017<\/p>\n<p>Der Atlantik zeigt sich wieder so wie wir ihn kennengelernt haben. Leichter Schwell und minimale Windst\u00e4rke, um segelnd voran zu kommen und Sonne. Es ist wohl wieder Zeit f\u00fcr ein Juri Fr\u00fchst\u00fcck! Frisches Brot, Spiegeleier und Kaffee. So schlimm ist es auch nicht, insbesondere wenn man h\u00f6rt zu Hause fegt gerade der erste Herbststurm \u00fcbers Land. Leider sollte dieser nicht lange anhalten.<\/p>\n<p>Doch der Tag wird sehr wechselhaft und teilweise f\u00fchlen wir uns verarscht. Immer wenn wir glauben es ist gen\u00fcgend Wind, dass wir endlich mal wieder ein bisschen Segeln k\u00f6nnen, ist dieser gleich wieder verschwunden. So sind wir eigentlich dauerhaft damit besch\u00e4ftigen Segel zu setzen oder zu bergen, den Motor wieder anzuschmei\u00dfen und wieder lesen. Doch zwanzig Meilen vor der K\u00fcste hatte der Wind erbarmen mit uns und wir k\u00f6nnen eine Weile unter Vollmond segeln. Wir genie\u00dfen es, da es wohl das letzte Segeln f\u00fcr einige Zeit werden wird. Den letzten Rest m\u00fcssen wir dann doch wieder motoren. Der Hafen selbst scheint sich entlang der ganzen K\u00fcste zu erstrecken. Haupts\u00e4chlich industrieller Natur, findet man auch einige Kreuzfahrer und dazwischen dann ein paar Yachth\u00e4fen. Um in unseren Hafen bei Santa Cruz zu kommen, m\u00fcssen wir im Hafenbecken erstmal an zwei geparkten \u00d6lplattformen vorbei fahren. Doch der Service im Hafen selbst ist super, so erwartet uns noch mitten in der Nacht ein freundlicher junger Mitarbeiter der Marina und hilft uns beim Anlegen. Dann Einlaufbier! Zwischenzeitlich sind unsere Nachbar, zwei Niederl\u00e4nder, zur\u00fcck gekommen. Die beiden lustigen, wenn auch manchmal melodramatischen jungen M\u00e4nner, teilen so gleich einen Rotwein mit dem Skipper und es werden Seemannsgeschichten von gro\u00dfen St\u00fcrmen, Seekrankheit, Heldentaten und Sch\u00e4den an Booten ausgetauscht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_254\" aria-describedby=\"caption-attachment-254\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5112.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-254\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5112.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5112.jpg 4608w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5112-300x225.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5112-768x576.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSCF5112-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-254\" class=\"wp-caption-text\">Ausflug zum Teide auf Teneriffa<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr den Haas-Teil dieser Crew sind es die letzten beiden Tagen. Am Freitag soll das Boot zun\u00e4chst einmal wieder fit gemacht werden und eine Grundreinigung erfahren. Am Samstag wird es dann noch eine kurze Besichtigung der Insel geben und dann hat Juri das Boot f\u00fcr sich. Zumindest f\u00fcr ein paar Stunden, bis seine Freundin Valerie hier aufschl\u00e4gt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freitag, 29. September Obwohl wir direkt an der Promenade Funchals liegen, ist es nachts relativ ruhig. So schlafen einige an Deck. Unter Deck ist es auch in der Nacht so hei\u00df, dass man es eigentlich dort nicht aushalten kann. Drau\u00dfen zieht wenigstens ein leichter Luftzug. 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