{"id":1,"date":"2017-07-05T16:22:19","date_gmt":"2017-07-05T16:22:19","guid":{"rendered":"http:\/\/haas-altona.de\/wordpress\/?p=1"},"modified":"2017-07-05T17:35:14","modified_gmt":"2017-07-05T17:35:14","slug":"hello-world","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/?p=1","title":{"rendered":"\u201cI must go down to the sea again\u2026"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<p>\u2026 to the lonely sea and the sky\u2026 \u201c Diese ersten Worte aus \u201cSea Fever\u201d von John Masefield haben an dunklen Hamburger Winterabenden immer wieder die Sehnsucht geweckt einmal die Segelreviere von Nord- und Ostsee zu verlassen, weit nach Westen zu fahren und den Pulsschlag der gro\u00dfen Ozeane zu sp\u00fcren. Viele Jahre haben wir K\u00fcsten und Gew\u00e4sser von Borkum bis Bornholm und von Gl\u00fcckstadt bis G\u00f6teborg befahren. Nun sind die Kinder gro\u00df. Noch einmal den Horizont zu erweitern und etwas Neues zu wagen. Die Zeit ist g\u00fcnstig: Die Kinder sind im Studium weit fortgeschritten, oder sogar ganz damit fertig. Das Berufsleben hat f\u00fcr\u00a0 sie noch nicht begonnen. Der Europ\u00e4ische R\u00f6ntgenlaser geht in Betrieb und der Job als Projektleiter findet ein nat\u00fcrliches Ende. Diese und viele andere gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde f\u00fchren dazu, dass aus der Idee Realit\u00e4t wird. Am 10. Juni 2017 feiern wir mit einigen Freunden und Mitseglern tats\u00e4chlich unsere Abreise in Richtung Westen. Die Reise soll eine \u201cTour d\u2019Atlantique\u201d werden, f\u00fcr die wir ein Jahr angesetzt haben. Ein Teil davon\u00a0 soll ein 6-monatiger Sabbatical sein, der nach einigen Verhandlungen tats\u00e4chlich vom 1. 1. &#8211; 30. 6. 2018 stattfinden kann. Die Atlantik\u00fcberquerung in Richtung Westen ist\u00a0 f\u00fcr November\/Dezember 2017 angesetzt und die R\u00fcckreise f\u00fcr Mai\/Juni 2018. Die Kinder und sogar Schwiegerkinder wollen mittun, als Skipper und Mitsegler auf allerlei verschiedenen Etappen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_44\" aria-describedby=\"caption-attachment-44\" style=\"width: 900px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-44\" src=\"http:\/\/haas-altona.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/WP_20170618_09_34_35_Rich-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"507\" srcset=\"https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/WP_20170618_09_34_35_Rich-300x169.jpg 300w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/WP_20170618_09_34_35_Rich-768x432.jpg 768w, https:\/\/haas-altona.de\/atlantik\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/WP_20170618_09_34_35_Rich-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-44\" class=\"wp-caption-text\">Crew No 1 in Ramsgate<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vor der Abreise war eine Menge vorzubereiten und zu planen, \u00fcber einen Zeitraum von fast\u00a0 4 Jahren. Am Anfang steht die Wahl des geeigneten Schiffs. \u00dcber die Rode Zora von Amsterdam schreibt ihr Konstrukteur, Dick Koopmans: \u201cAn IMOCA 60 skipper is mainly focused on setting the right sails, repairing the boat and sleep. Sailing the long keeled 205 means enjoining the ocean looking for birds and whales, reading books and cooking nice meals. When hitting some floating objects there will generally be no damage and it doesn\u2019t need a shore team. It is just a different experience\u2026\u201d Aber ein Schiff ist nur so seet\u00fcchtig wie seine Mannschaft. Also melden wir 2015\u00a0 f\u00fcr Helgoland- Edinburgh. Wir betrachten das als Einstieg ins \u201cOffshore Sailing\u201d. Im Jahr 2016 segeln wir non-stop nach Helsinki und testen eine neue Selbststeueranlage mit kleiner Crew. Ausserdem bilden wir uns weiter, besuchen Kurse f\u00fcr SSS und SHS, Sicherheit und Medizin. Im Winter 2016\/2017 werden dann noch Klo und Sp\u00fcle umgebaut, damit sie auch bei tagelangem Segeln auf einem Bug funktionieren. Es gibt neue Anker, neue Segel, neue Dr\u00e4hte, einen Jordan Series Drogue, einen SSB Transceiver und als Bonbon einen K\u00fchlschrank, den wir zwar bisher nie vermisst haben, von dem wir uns allerdings vorstellen, dass er wichtiger sein k\u00f6nnte in der Karibik als unser Dieselofen.<\/p>\n<p>Trotz langer Vorbereitung sind die letzten Tage vor der Abreise anstrengend. Nat\u00fcrlich ist der K\u00fchlschrank nicht fertig und allerlei, das schon einmal tadellos funktionierte ist pl\u00f6tzlich kaputt. Dazu z\u00e4hlt auch der Windgenerator, der neue Lager braucht und der Motor bei dem die Seewasserpumpe leckt. Zu guter Letzt ist dann noch der Deckel der neuen K\u00fchlbox weg, vielleicht in Wedel in einer Karre geblieben und von einem gesch\u00e4tzten Segelkameraden prompt mitgenommen. Ein neuer entsteht aus einem Restst\u00fcck Sperrholz am Abreisetag um 5 Uhr fr\u00fch. W\u00e4hrend viele SVAOer gen Otterndorf segeln, feiern wir in kleiner Rund mit Freunden und Mitseglern und geniessen eine Vielzahl von K\u00f6stlichkeiten, die vorbereitet wurden, w\u00e4hrend die Skipper im Keller einen neuen Deckel f\u00fcr die K\u00fchlbox zimmerte.<\/p>\n<p>Um 16:30 am 10. Juni, 1.5h vor Hochwasser St. Pauli, l\u00f6sen wir die Leinen im Museumshafen Oevelg\u00f6nne und motoren elbabw\u00e4rts in Begleitung der kleinen Johanna. An Bord: Gesa, Ragna und Aharon Thoennessen. Von dieser selben Johanna wurden im Jahr 1994 auf der Schlei die sch\u00f6nsten Fotos unsere alten Mollymauk gemacht. Damals war sie noch im Besitz der Familie Zachariassen. An Bord von Mollymauk damals Felix und Hendrik Zachariassen, 8 und 9 Jahre alt. Auch sie sind im Jahr 2017 Teil einer der Crews von Rode Zora, zu diesem Zeitpunkt vor Anker auf den Scillies.\u00a0 Auf der Elbe regt sich kein L\u00fcftchen. Unsere Maschine, Jean Johannsen, ein Schwede mit franz\u00f6sischen Wurzeln, muss f\u00fcr Vortrieb sorgen.\u00a0 Das bleibt auch so bis Cuxhaven, wo wir um 0100 einlaufen um erst einmal nach den Anstrengungen der letzten Tage zu schlafen. Mit der Tide um 0700 sind wir wieder unterwegs. Die Aussenelbe begr\u00fcsst uns mit Sonne und Wind. Die Baken und Inseln fliegen an uns vorbei. Kaum haben wir das Schiff aufger\u00e4umt <a href=\"https:\/\/phonelookupbase.com\">Reverse Phone Lookup<\/a> , sind wir schon bei Elbe 1 und setzen erst einmal einen Kurs auf Norderney ab: Der Wetterbericht verspricht Starkwind aus West ab dem Abend. Zwischen den Inseln und dem TSS Terschelling German Bight ist wenig Platz um Kreuzen. Das bedeutet: Jede Stunde eine Wende. Mit nur 3 Mann an Bord ist das in den N\u00e4chten sehr anstrengend, da die Zora mit ihren zwei Vorsegeln und Backstagen bei viel Wind eigentlich 2 Mann f\u00fcr die Wenden braucht. Bei vollst\u00e4ndiger Windstille, motoren wir schliesslich kurz vor Sonnenuntergang durch das Dovetief nach Norderney. Kurz darauf regt sich der Wind und frischt wie versprochen auf. Der n\u00e4chste Morgen beschert uns bestes Nordseewetter: 6 &#8211; 7 Beaufort aus West bei Sonne und Wolken und ordentlich Brandung auf den S\u00e4nden. Jakob, der die Insel mit seinen Freunden regelm\u00e4ssig zum Surfen besucht, f\u00fchrt uns durch das alte Seebad mit seiner Mischung aus Grandezza und Spie\u00dfigkeit.<\/p>\n<p>Die Idee am Nachmittag weiter zu segeln begraben wir nach einem Gespr\u00e4ch mit den Leuten vom Seenotrettungskreuzer. Die sprechen von schweren Grundseen und raten uns dringend von unseren Pl\u00e4nen ab. Am n\u00e4chsten Morgen hat der Wind dann abgeflaut und bei immer noch ordentlich See fahren wir wieder auf die Nordsee. Jakob beschreibt die Passage durch die S\u00e4nde als spektakul\u00e4r. Links und rechts brechen die Wellen. Ein entgegenkommender Fischkutter rollt m\u00e4chtig und taucht seine B\u00e4ume bei jedem Roll in die See. Der Skipper nimmt vorsichtshalber eine Tablette Cinnarizin, das sich hervorragend bew\u00e4hrt. So geht es dann Kreuzschlag um Kreuzschlag in Richtung Westen. In der Nacht vor Terschelling ist dann der Wind weg und wieder muss der franz\u00f6sische Schwede f\u00fcr 20 Stunden ran. Am Abend des zweiten Tages kommt der Wind wieder. Der Weg \u00fcber die Nordsee ist gepflastert mit Verkehrstrennungsgebieten und Windparks. Der von uns gew\u00e4hlte Weg von Texel direkt nach Dover bew\u00e4hrt sich dabei, denn wir m\u00fcssen tats\u00e4chlich nur ein einziges TSS queren.\u00a0 Am Morgen des dritten Tages stehen wir schon recht dicht vor der Englischen K\u00fcste, als kurz ein knackiges Starkwindfeld durchzieht. Wir m\u00fcssen zum ersten Mal die neuen Segel reffen. Dabei vert\u00f6rnen sich die neuen Kl\u00fcverschoten mit ihren Dyneema Vorl\u00e4ufern zu einem eindrucksvollen Knubbel. Wieder was gelernt!. Nichts umbauen, was nicht vorher ausprobiert wurde. Der Wind flaut nach 2 Stunden ab und erlaubt uns das Problem entspannt zu l\u00f6sen. Mit Sonnenuntergang segeln wir direkt vor dem Hafen Ramsgate vorbei und entscheiden uns spontan dort einzulaufen. Wieder h\u00e4tte uns eine durchkreuzte Nacht mit Gegenstrom erwartet.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen kurz vor dem Auslaufen enth\u00fcllt die Routinekontrolle, dass aus einem der K\u00fchlschl\u00e4uche an der Maschine Salzwasser tropft. Da rutscht das Herz kurz einmal in die Hose. Eine Analyse der Situation ergibt, dass wir ein Leck im W\u00e4rmetauscher haben. Das l\u00e4sst sich mit Knetepoxy reparieren. Als dann beim Wiedereinbau des W\u00e4rmetauschers allerdings auch noch eine Schraube abreisst, ist die Laune sehr ged\u00e4mpft. Aber die Engl\u00e4nder in Ramsgate sind unglaublich freundlich und hilfsbereit und an einem Freitagnachmittag wird das Problem der abgerissenen Schraube kurz und schmerzlos repariert. Das h\u00e4tte in Deutschland niemals geklappt! Leider ist nun aber das eigentliche Ziel dieser Crew, Cowes auf der Isle of Wight, kaum noch erreichbar, ehe am Sonntag der Flieger in London abheben soll. So wird die neue Crew von Cowes nach Ramsgate umdirigiert. Das bringt dann Zeit und Musse, denn die neue Crew kommt erst am Sonnabend um 12:00. Der W\u00e4rmetauscher ist repariert und wir haben Zeit. Die verbringt die alte Crew mit einer wunderbaren Fahrradtour in Kent w\u00e4hrend der neue Skipper, Jakob, die neue Crew einweist. Auch Ramsgate erweist sich als eine gl\u00fcckliche Wahl. Hier findet man noch ein England, wie man es aus der Vergangenheit in Erinnerung hat: Charmante Architektur, freundliche Menschen, hinreissende Landschaften. Noch dazu definitiv untypisches warmes Hochdruckwetter. Das alles gekr\u00f6nt mit einem k\u00f6stlichen gemeinsamen Abendessen an Bord mit der neuen Crew. Aus dem K\u00fchlschrank, der inzwischen tadellos funktioniert kommt das kalte Bier. Am Folgetag kann die alte Crew der neuen beim Ablegen helfen und macht sich dann mit Zug in Richtung London auf.<\/p>\n<p>Die neue Crew n\u00fctzt das Hoch \u00fcber den Britischen Inseln und segelt mit Zwischenstopp in Cowes in 3.5 Tagen nach Dartmouth. In den Folgetagen besucht sie die Scillies und segelt mit 7 Beaufort im R\u00fccken von den Scillies zur\u00fcck nach Falmouth. F\u00fcr Sonntag ist der Absprung \u00fcber die Biskaya mit Crew Nr. 3 geplant. Am 21. .7. soll die Zora in Lissabon sein&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 to the lonely sea and the sky\u2026 \u201c Diese ersten Worte aus \u201cSea Fever\u201d von John Masefield haben an dunklen Hamburger Winterabenden immer wieder die Sehnsucht geweckt einmal die Segelreviere von Nord- und Ostsee zu verlassen, weit nach Westen zu fahren und den Pulsschlag der gro\u00dfen Ozeane zu sp\u00fcren. 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